Sotschi - Drei Wochen vor Beginn der ersten russischen Olympischen Winterspiele in Sotschi ist noch rund ein Drittel der Tickets zu haben.

Die Eintrittskarten für die Wettkämpfe sollten diejenigen kaufen können, die im letzten Moment anreisen, sagte der Chef des Organisationskomitees, Dmitri Tschernyschenko, der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag. "Mehr als 70 Prozent aller Tickets sind verkauft", sagte er. Tschernyschenko erwartet, dass rund 213 000 Zuschauer in den Schwarz-Meerkurort kommen.

Die mit mehr als 37,5 Milliarden Euro teuersten Winterspiele der Geschichte werden am 7. Februar eröffnet. Die Schlusszeremonie in Sotschi ist am 23. Februar. Russland erwarte, dass rund drei Viertel aller Gäste bei dem Ringe-Spektakel Einheimische seien, sagte Tschernyschenko. In einem Olympiapark gibt es für Tausende zudem die Möglichkeit, die Spiele auf Leinwänden zu verfolgen.

Kremlchef Wladimir Putin bekräftigte bei einem Empfang neuer Botschafter in Moskau, dass niemand bei Olympia wegen seiner Herkunft, Rasse oder "sexuellen Orientierung" ausgegrenzt werde. Mehr als 6000 Sportler aus 85 Ländern würden erwartet. "Wir tun alles, damit das ein großes Fest des Sports wird", sagte Putin. "Die Spiele werden in vollem Einklang mit der Olympischen Charta über die Bühne gehen - ohne irgendwelche Diskriminierung."

Zuletzt hatte es international Kritik unter anderem an neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzen gegeben. Homosexualität ist zwar nicht strafbar in Russland, wohl aber das öffentliche Zeigen in Gegenwart von Minderjährigen oder positive Äußerungern darüber.

Bei einer Regierungssitzung sagte Ministerpräsident Dmitri Medwedew, dass alle Sportanlagen an der Küste sowie in den Bergen fertig seien. Mehr als 300 der insgesamt 363 olympischen Objekte seien in Betrieb, die restlichen müssten noch von Prüfern abgenommen werden, hieß es. "Gegenwärtig ist die Vorbereitung auf die Spiele in der Schlussphase", sagte Sportminister Witali Mutko. Auch die Proben für die Eröffnungs- und Schlusszeremonie liefen noch. Russland wird nach offiziellen Angaben rund 230 Athleten ins Rennen um die Medaillen schicken - in 11 der 15 Sportarten.