Altenburg - Thüringens Kultusminister Christoph Matschie (SPD) hat die Reformation als Modernisierungsprogramm für die ganze Gesellschaft gewürdigt. "Damals standen Mitbestimmung, Demokratie und freie Willensbildung auf keiner Tagesordnung", sagte der studierte Theologe am Freitag zur Eröffnung des Themenjahres "Reformation und Politik" in Altenburg. Aber mit der Reformation hätten eine moderne Gesetzgebung und ein neues Staatsverständnis ihren Anfang genommen. Die Kirche habe seither Schutz vor politischer Bevormundung geboten; sie müsse sich aber auch fragen, inwieweit sie sich in der Vergangenheit von der Politik habe instrumentalisieren lassen.