Magdeburg - Sachsen-Anhalts Arbeitsminister Norbert Bischoff (SPD) hat die Menschen im Land zu mehr Weiterbildung aufgerufen. Das lebenslange Lernen gehöre zur Arbeitswelt heute dazu, sagte er am Dienstag bei der Vorstellung eines neuen Förderprogramms, über das der Staat einen Großteil der Kosten beisteuert.

Für das Programm unter dem Motto "Ich mach\' mehr aus mir" stehen drei Millionen Euro von der EU zur Verfügung, rund 1000 Menschen können sich beteiligen. Sollte es erfolgreich sein, will Bischoff weitere Mittel bei der EU beantragen.

Der Staat übernimmt bis zu 90 Prozent der Kursgebühren oder auch Fahrtkosten. Im Gegensatz zu anderen Programmen richtet sich dieses Projekt nicht an Unternehmen, sondern an die Arbeitnehmer selbst. Sie können sich selbst aussuchen, welche Weiterbildung sie in ihrer Freizeit machen wollen. Bedingung ist aber, dass die Fortbildung die beruflichen Perspektiven verbessert.

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Einkommen. Bis zu einem Bruttogehalt von 1500 Euro im Monat werden 90 Prozent übernommen. Bei einem Gehalt von mehr als 4350 Euro ist eine Förderung nicht mehr möglich. Auch Teilzeit-Beschäftigte können an dem Programm teilnehmen.

"Wir wissen, dass der Kampf um die Köpfe längst begonnen hat", sagte Bischoff. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert, die bislang noch nicht abgeflossen sind. Wenn das Geld nicht bis 2015 an Projekte bewilligt ist, bleibt es in Brüssel.

Das Finanzministerium hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass von den rund 800 Millionen Euro aus dem Topf für den Zeitraum 2007 bis 2013 noch rund 20 Prozent übrig seien. Dieses Geld könne aber noch bis Ende 2015 bewilligt werden.