Melbourne - Roger Federer gegen Andy Murray - der erste Showdown im Melbourne Park ist zugleich ein Duell mit vielen Fragezeichen. Wie stark ist Federer nach seinem enttäuschenden Jahr 2013 wirklich? Wie fit ist Murray nach seiner Rückenoperation?

Das Viertelfinale soll Aufschluss darüber geben, ob einer der Beiden tatsächlich für den Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison infrage kommt. Vor allem über den Zustand des britischen Wimbledonsiegers lässt sich bislang wenig sagen. In Melbourne wurde der Schotte in den ersten vier Runden überhaupt nicht gefordert, noch immer weiß niemand, wie sehr ihn der malade Rücken noch behindert. "Um ehrlich zu sein, ich weiß es selbst nicht", gestand Murray. "Es ist schwer zu sagen, ob ich bereits ordentlich getestet wurde."

Federer hat den ersten Härtetest am Yarra-River dagegen bereits hinter sich. Im Achtelfinale deklassierte er den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga in drei Sätzen und lieferte den 15 000 Zuschauern in der ausverkauften Rod Laver Arena eine beeindruckende Show. "Ich bin sehr glücklich, wieder im Viertelfinale zu stehen, nachdem ich es zuletzt in Wimbledon und bei den US Open nicht geschafft hatte", gestand der Rekord-Grand-Slam-Turnier-Sieger.

Der 32-Jährige fühlt sich nach einem Jahr mit vielen Rückschlägen wieder richtig gut. "Ich habe schon gegen Ende der letzten Saison besser gespielt und hatte eine großartige Vorbereitung", sagte der auf Weltranglisten-Platz sechs abgerutschte Schweizer. "Ich habe keine Zweifel mehr", sagte Federer, "ich hoffe, dass ich mein hohes Level halten kann."

Im vergangenen Jahr standen sich Federer und Murray in Melbourne im Halbfinale gegenüber, der Brite setzte sich damals in fünf Sätzen durch. "Natürlich werde ich mir das Spiel noch einmal anschauen", sagte Murray, "aber es wird wieder ein anderes Match. Ich werde mein bestes Tennis spielen müssen, um ihn zu schlagen."

In der Box auf der Tribüne wird sein Trainer Ivan Lendl genau beobachten, ob sein Schützling dazu schon wieder in der Lage ist. Auch für den achtmaligen Grand-Slam-Turnier-Sieger wird es ein besonderes Spiel, sitzt in der Federer-Box in Stefan Edberg doch ein alter Rivale von ihm. Welchen Einfluss der frühere schwedische Weltklassspieler schon auf Federer hat, ist eine weitere Frage, auf die es in der Rod Laver Arena vielleicht die ersten Antworten geben wird.