Halle - Auch wenn es so recht keiner zugegeben mag: Der Druck könnte beim Halleschen FC zurzeit kaum größer sein. Wenn auch nur aufgrund des schlechteren Torverhältnis, so belegt das Team von Sven Köhler zurzeit doch den ersten Abstiegsplatz der 3. Fußball-Liga. "Es ist weiter eng", betont der Trainer immer wieder, "wir werden aus dieser kritischen Situation herauskommen". 17 Spiele bleiben ihm und seinem Team, um sich aus dem Keller wieder hervorzukämpfen. Vor dem Frühlingsrundenauftakt beim Tabellensiebten Wehen-Wiesbaden am Freitag (19.00 Uhr) hat der 47-Jährige alles Mögliche getan, um vor allem besagte Offensivschwäche endlich zu überwinden.

Optimistisch stimmt, dass der HFC alle vier Testspiele erfolgreich bestreiten konnte. Während es gegen die Regionalligisten VfL Bochum II (4:1), den ZFC Meuselwitz (5:0) und den VfB Auerbach (3:1) deutliche Siege gab, reichte es gegen Tschechiens Zweitligist FK Banik Most immerhin zu einem 0:0-Unentschieden.

Auch personell wurde im Winter nachgelegt. So wurde der beim Ligarivalen 1. FC Saarbrücken aussortierte Spielmacher Tim Kruse als Ersatz für Maik Wagefeld verpflichtet, dem nach einer erneuten Adduktoren-OP sogar das Karriereende droht. "Tim ist ein ganz anderer Typ. Aber er weiß, wo der Ball vorne laufen muss", sagte Köhler. Dazu soll Francky Sembolo (kam von Zweitligist Arminia Bielefeld) den mit gerade 20 Toren zweitschlechtesten Sturm der Liga aufpäppeln. Beide hätten sich in der Kürze der Zeit gut eingefügt, werden in Wiesbaden wohl zur Startelf gehören.

Verzichten muss Köhler allerdings auf gleich drei Flügelspieler: Neben dem gelbgesperrten Sören Bertram sind Toni Lindenhahn und Robert Schick nach ihren Verletzungen aus dem Herbst längst nicht einsatzbereit. Auch Sembolos Sturmpartner Timo Furuholm plagte sich zuletzt mit Rückenproblemen - notfalls soll er mit Schmerzmitteln fitgespritzt werden.