Düsseldorf - Der Wettstreit der Bayern-Verfolger um die drei verbliebenen Champions-League-Plätze und der Kampf gegen den Abstieg werden die Spannung in der Bundesliga-Rückrunde hoch halten.

Die Fußball-Rivalen der Münchner haben hingegen fast keine Zweifel mehr, dass der Startruppe von Pep Guardiola der 24. Titel so gut wie sicher ist. Die Frage ist nur wann! "Wir müssen nicht viel über die Bayern sprechen", sagte Sami Hyypiä, Trainer des Tabellenzweiten Bayer Leverkusen vor dem Neubeginn nach der Winterpause.

Der Finne blickt auf die Konkurrenz hinter seiner Werkself und fürchtet vor allem Borussia Dortmund: "Dortmund wird kommen." Der BVB liegt fünf Punkte hinter Bayer und zwei Zähler vor dem VfL Wolfsburg, der sich mit dem 20-Millionen-Euro-Neuzugang Kevin de Bruyne verstärkt hat. Abgeschrieben hat auch der FC Schalke 04 das Erreichen der lukrativen Königsklasse als Tabellensiebter nicht.

Nach zwei Niederlagen zum Hinrunden-Ausklang wollen die Leverkusener beim SC Freiburg in die Erfolgsspur zurückfinden. "Wir haben im Pokal gesehen, wie schwierig es gegen Freiburg wird", warnte Hyypiä. "Wir müssen durchweg ans Limit gehen."

Die Dortmunder hoffen zwar auf Ausrutscher der Mitbewerber, müssen nach drei Liga-Heimpleiten am Ende des vergangenen Jahres gegen den FC Augsburg aber selbst wieder zu alter Klasse zurückfinden. "Vom ersten Platz sind wir so weit weg, dass wir uns erstmal um andere Dinge kümmern", meinte BVB-Chefcoach Jürgen Klopp, der am Ende Platz zwei anpeilt. "Wir haben einiges gut zu machen und müssen gegen Augsburg damit anfangen", forderte Kapitän Sebastian Kehl.

Zur Mannschaft der Rückrunde könnte der VfL Wolfsburg werden. "Wir haben für eine richtig gut funktionierende Mannschaft noch ein neues Puzzleteil", freute sich VfL-Trainer Dieter Hecking über de Bruyne. Viel Lob erhält der vom FC Chelsea verpflichtete Belgier von seinem zukünftigen Mittelfeldpartner Diego: "Kevin de Bruyne macht uns besser. Er macht jede Mannschaft besser."

Wie das Starduo harmoniert, kann es im Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 zeigen. Allerdings wartet im Nachbarschaftsduell auch der Club von der Leine mit einem Debütanten und Hoffnungsträger auf: Tayfun Korkut. Der neue 96-Chefcoach soll den Club aus der Abstiegszone holen. "Ich möchte eine ruhige Saison spielen und keine Probleme bekommen", hofft Korkut. "Wenn man keinen guten Fußball spielt, kann man keine Punkte holen."

Kollege Jens Keller vom FC Schalke 04 kann von Ruhe nur träumen. "Der Start darf nicht holprig sein", sagte der 43-Jährige vor der Partie beim Hamburger SV. Der bereits vor der Winterpause in die Kritik geratene Keller weiß: "Es hat in dieser Saison bereits vier Trainer in der Bundesliga erwischt. Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, wird es auch für mich schwer." Die Rückkehr des lange verletzten Torjägers Klaas-Jan Huntelaar lässt Keller hoffen. "Wir haben 17 Endspiele vor der Brust. Wenn wir die alle gewinnen, ist vieles möglich", meinte Leitwolf Kevin-Prince Boateng.

Die Aufregung um die Strukturreform des hoch verschuldeten Hamburger SV sorgte vor dem Rückrundenstart für zusätzliche Unruhe beim abstiegsgefährdeten Tabellen-14. Der zuletzt ebenfalls kriselnde norddeutsche Nachbar Werder Bremen liegt zwar auf Rang elf, ist aber mit nur fünf Punkten Abstand zum Relegationsplatz längst nicht aus dem Schneider. "Wir wollen nicht nur gewinnen, in unserem Fall müssen wir sogar", sagte Robin Dutt vor der Partie gegen den Tabellenletzten Eintracht Braunschweig.

"Wir sind nicht abgeschlagen, sondern nur drei Punkte hinter dem Relegationsplatz", erklärte Eintracht-Manager Marc Arnold. Dies gilt auch für den punktgleichen, aber noch sieglosen 1. FC Nürnberg. "Wir steigen nicht ab", prophezeite "Club"-Vorstand Martin Bader vor dem Spiel gegen 1899 Hoffenheim. Dies will auch der Tabellen-16. SC Freiburg nicht. Deshalb schwört Coach Christian Streich sein Team auf den heißen Abstiegskampf ein: "Wir müssen 17 Mal Feuer auf den Platz bringen."