Bremen - Viele Bremer fühlten sich nach der Nullnummer im Schneetreiben betrogen. "Es ist ärgerlich, weil wir die besseren Chancen hatte und ein reguläres Tor nicht gegeben wurde", klagte Werder-Innenverteidiger Sebastian Prödl nach dem 0:0 gegen Eintracht Braunschweig.

Der österreichische Fußballprofi hatte wie die meisten Bremer kein Abseits bei Eljero Elias Treffer in der 59. Minute gesehen.

"Es ist die Krönung, dass du ein reguläres Tor erzielst und nicht bekommst", kritisierte auch Trainer Robin Dutt den Pfiff von Schiedsrichter Felix Brych. Kapitän Aaron Hunt gab immerhin zu: "Das Tor war regulär, aber auf dem Platz habe ich auch gedacht, dass es Abseits ist. Kein Vorwurf an den Schiri."

Verdient wäre der Sieg ohnehin nicht gewesen, die beiden vom Abstieg bedrohten Teams zeigten bei Minusgraden eine der schwächsten Partien der Fußball-Bundesliga. "Wir wussten, dass es zerfahren wird", kommentierte Prödl die Partie auf Zweitliga-Niveau und klagte über das eigene Offensivspiel: "Wir hätten wie das Wetter eiskalt sein müssen."

Mit nur einem Punkt auf eigenem Platz rutscht Werder Bremen immer bedrohlicher an die Abstiegsränge heran. Dem Schlusslicht der Liga half der gewonnene Zähler im Nord-Duell aber auch nur wenig: Denn die Eintracht verlor mit dem Remis vor 41 040 Zuschauern weiter Anschluss an die rettenden Ränge.

Trainer Torsten Lieberknecht versprühte trotzdem gute Laune. "Der Punkt lässt uns am Leben und teilhaben an der engen Konstellation", kommentierte der Eintracht-Coach, der nach dem Abpfiff mit dem gesamten Team einen Kreis gebildet und eine Ansprache gehalten hatte. "Wir haben gezeigt, dass wir mit der Drucksituation, die durch die Ergebnisse am Samstag entstanden ist, gut umgehen können", fasste der Coach seine Sicht der Dinge zusammen.

Für Werder wird es durch die Erfolge von Frankfurt, Freiburg und Nürnberg hingegen brenzliger. "Wir wollen und können nicht zufrieden sein mit der Punkteteilung", klagte Dutt. Der Werder-Coach kritisierte aber nicht nur das nicht gegebene Tor, sondern auch die eigene Mannschaft. "Wir hätten noch mehr Druck aufbauen müssen", sagte Dutt und schimpfte: "Diese Chancen darfst du nicht auslassen."

Auch Kapitän Hunt, der nach überstandener Angina wieder mitmischen konnte, war enttäuscht: "Für ein Heimspiel war das eindeutig zu wenig. Das einzige Positive war, dass wir kein Gegentor bekommen haben."

Werder hatte es sich selbst zuzuschreiben, dass es mit dem sechsten Saisonsieg nichts wurde. Nur zu Beginn der zweiten Halbzeit gaben die Hausherren richtig Gas: Philipp Bargfredes Distanzschuss knallte an den Pfosten (48.), bei Santiago Garcias Aktion rette der Braunschweiger Omar Elabdellaoui auf der Linie (50.). Doch nach dem nicht gegebenen Treffer von Elia erwies sich das Erwachen nur als Strohfeuer.

Dabei musste Werder sogar froh sein, nicht vor der Pause schon das 0:1 kassiert zu haben. Denn die Dutt-Truppe bekam die offene, aber nicht einmal mittelmäßige Partie einfach nicht unter Kontrolle. Bei den gefährlichen Gegenstößen des Aufsteigers wackelte die Abwehr der Hanseaten sogar einige Male.

Spieldaten:


Ballbesitz in %: 49,2 - 50,8

Torschüsse: 12 - 7

gew. Zweikämpfe in %: 49,7 - 50,3

Fouls: 20 - 17

Ecken: 6 - 3

Quelle: optasports.com