Leipzig - Mit Sorge sieht der Geschäftsführer der sächsischen Spielbanken die angekündigte Einrichtung einer Spielbank in Sachsen-Anhalt unmittelbar vor den Toren Leipzigs. "Man ginge sicherlich nicht nach Günthersdorf, weil Günthersdorf so ein großes Potenzial hat. Es ist deswegen ausgewählt worden, um das Potenzial von Leipzig abzuschöpfen", sagte Siegfried Schenek in Leipzig. Die Merkur Spielbanken Sachsen-Anhalt wollen in einem Gewerbegebiet, das in den Gemarkungen Günthersdorf und Kötschlitz liegt, ein ehemaliges Autohaus zu einer Spielbank umfunktionieren, die ihren Betrieb im Herbst aufnehmen soll. "Das wird Konkurrenz bedeuten - und war sicherlich auch so gewollt von Sachsen-Anhalt", kritisierte Schenek.

Nach Angaben des Geschäftsführers der drei sächsischen Spielbanken haben diese im vergangenen Jahr höhere Erträge erwirtschaftet als im Jahr zuvor. Der Bruttospielertrag sei um zehn Prozent auf rund neun Millionen Euro gestiegen. Der Bruttospielertrag ist die Differenz zwischen den Spieleinsätzen und den ausgezahlten Gewinnen. In Sachsen gibt es drei Spielbanken in Leipzig, Dresden und Chemnitz. Sie bieten nur Automatenspiel an. Die Umsätze in den einzelnen Casinos hätten sich "sehr unterschiedlich" entwickelt, sagte Schenek ohne Details zu nennen.