Frankfurt/Main - Die Zeit wird knapp für Tommy Haas. Drei Tage vor den ersten Einzeln des Davis-Cup-Duells zwischen Deutschland und Spanien in Frankfurt am Main fühlte sich der Weltranglisten-Zwölfte noch nicht fit genug für ein Match über drei Gewinnsätze.

"Heute wäre es unrealistisch", sagte die an der Schulter lädierte Nummer eins des deutschen Tennis-Teams nach einer ersten Trainingseinheit mit Philipp Kohlschreiber in der Fraport-Arena. Schmerzen verspüre er aber keine mehr.

"Ich bin heiß und hoffentlich fit genug", sagte der 35-Jährige und äußerte sich zuversichtlich, dass er am Wochenende der Mannschaft "in irgendeiner Weise" helfen könne. "Ob oder wie ich spiele, dahinter steht noch ein Fragezeichen", gab Haas aber zu. Er betonte: "Das beste Team muss spielen." Haas hatte bei den Australian Open wegen Schmerzen in der Schulter seine Erstrundenbegegnung abbrechen müssen.

Viel spricht dafür, dass Kapitän Carsten Arriens bei der Auslosung am Donnerstag Haas für das Doppel an der Seite von Daniel Brands nominieren wird. Für die Einzel haben Philipp Kohlschreiber (Nummer 27) und Florian Mayer (Ranglisten-29.) die besten Karten.

Kohlschreiber, der in Melbourne wegen einer Oberschenkelblessur gar nicht erst angetreten war, meldete sich einsatzbereit. "Ich fühle mich recht gut und habe schon in der vergangenen Woche in München ein ordentliches Training gemacht. Hier wird das Pensum gesteigert", sagte der Augsburger. Mayer, beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne erst im Achtelfinale an David Ferrer gescheitert, betonte: "Ich bin heiß und werde mein Bestes geben."

Die optimale Leistung abzurufen, wird nötig sein gegen den fünfmaligen Davis-Cup-Sieger aus Spanien. Carlos Moya muss bei seinem Debüt als Kapitän zwar auf den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal und Ferrer (Nummer fünf) verzichten. "Das macht es aber nicht unbedingt einfacher", sagte Arriens. Der Bundestrainer, der keinen Favoriten sieht, verwies auf die höhere Erwartungshaltung des Publikums und die Routine von Fernando Verdasco und Feliciano Lopez.

Auch Moya baut auf die Erfahrung seiner beiden Spitzenspieler, die den Wettbewerb bereits gewannen. "Sie wissen, wie sie mit dem Druck umzugehen haben", sagte der 37-Jährige. Moya wähnt Deutschland wegen des Heimrechts in der Favoritenrolle. "Es kommt aber darauf an, wie sie mit dem Druck umgehen", schließlich werde von den Gastgebern ein Sieg erwartet. "Daraus wollen wir einen Vorteil ziehen", sagte Moya. Wen er für Einzel und Doppel nominieren wird, will der ehemalige Weltranglistenerste wie Arriens erst am Donnerstag bekanntgeben.