Frankfurt/Main - Angeführt vom wiedergenesenen Philipp Kohlschreiber und Promi-Ersatzmann Tommy Haas wollen die deutschen Tennisprofis im Davis Cup ins Viertelfinale.

Kohlschreiber eröffnet am Freitag in Frankfurt am Main das Erstrundenduell mit den ersatzgeschwächten Spaniern, die auf Rafael Nadal und David Ferrer verzichten müssen. Der Augsburger trifft im ersten Einzel auf Roberto Bautista Agut. Danach spielen Florian Mayer und die spanische Nummer eins Feliciano Lopez gegeneinander. Für das Doppel am Samstag nominierte Teamchef Carsten Arriens Tommy Haas und Daniel Brands. Das Duo trifft auf Fernando Verdasco und David Marrero.

"Auch wenn Spanien ohne Nadal und Ferrer spielt, heißt das nicht, dass wir als Favorit in die Partie gehen. Alle erwarten jetzt einen Sieg, das macht es nicht einfacher", warnte Arriens nach der Auslosung im historischen Kaisersaal des Frankfurter Römers. Seine Spieler gehen das 16. Duell mit Spanien (Bilanz 9:6 für Deutschland) dennoch voller Selbstvertrauen an.

"Die Stimmung ist gut, wir haben den Heimvorteil. Ich bin optimistisch, dass wir Revanche für die Partie in Marbella nehmen können", sagte Kohlschreiber. 2009 hatte das deutsche Team im Viertelfinale in Spanien trotz zweier Einzelsiege von Kohlschreiber mit 2:3 verloren.

Kohlschreiber hatte Arriens nach seiner verletzungsbedingten Absage kurz vor dem Start der Australian Open frühzeitig Grünes Licht für einen Einsatz gegeben. "Ich fühle mich topfit, habe sehr gut trainiert", meinte der 30-Jährige, der in Melbourne wegen einer Verletzung am Oberschenkel hatte passen müssen.

Für Haas, der beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison wegen Problemen an der Schulter in der ersten Runde aufgeben musste, kommt die Erstrunden-Begegnung im traditionsreichen Team-Wettbewerb dagegen eigentlich noch zu früh. Zwar hat der 35-Jährige zuletzt auch wieder trainiert, die Nummer zwölf der Welt ist aber vorerst nur im Doppel an der Seite von Aufschlagriese Brands vorgesehen. "Ich werde trotzdem auch von außen alles geben, um dem Team zu helfen", sagte Haas, für den es keine Frage war, nach Frankfurt zu kommen. "Es ist immer eine Ehre, sein Land zu repräsentieren", sagte der Routinier.

Dass dies im deutschen Team nicht immer so war, wollen Spieler und Verantwortliche in Frankfurt mit einem möglichst geschlossenen Auftritt vergessen lassen. Noch vor zwei Jahren hatte in Bamberg das Fehlen von Kohlschreiber einen monatelangen Streit ausgelöst, der letztlich den damaligen Teamchef Patrik Kühnen den Job kostete. Damals hatte Haas den Verzicht von Kohlschreiber heftig kritisiert.

Am Freitag saßen die beiden Streithähne von damals einträchtig nebeneinander. Zwar wirkten beide nicht wie die besten Freunde, die Probleme von 2012 scheinen aber ausgeräumt. "Die Atmosphäre im Team ist gut, es ist alles bestens", sagte Arriens. Ob er Haas möglicherweise am Sonntag noch im Einzel bringt, ließ der deutsche Teamchef offen.

Sein Trainerkollege Carlos Moya strotzte am Tag vor den beiden Auftakteinzeln vor Selbstvertrauen. Nach einer Trainingseinheit, in der er selbst auch zum Schläger griff, meinte die ehemalige Nummer eins der Welt zur Form seiner Spieler: "Das hat mir Angst gemacht. Ich bin froh, dass ich morgen nur auf der Bank, und zwar auf unserer, sitze."