Jerez - Besitzer Dietrich Mateschitz bleibt trotz des Testdesasters seines Formel-1-Rennstalls Red Bull gelassen. "Ich sehe noch keinen Grund zur Besorgnis", sagte er in einem Interview der Salzburger Nachrichten mit Blick auf die Probleme mit dem Antriebsstrang von Partner Renault.

"Unsere aktuellen Probleme liegen nicht beim Team, sondern im Motorenbereich", stellte Mateschitz klar. Sein Rennstall hatte drei der vier Tage in Jerez vorzeitig abgebrochen und nicht einmal 100 Kilometer geschafft.

Außerdem verlor Red Bull durch ein falsch montiertes Teil viel Zeit. Die Kühlung des Wagens funktionierte ebenfalls nicht richtig, am letzten Tag lag zudem ein mechanischer Defekt vor. "Die Probleme müssen wir bis zum nächsten Test in Bahrain wegbekommen, dann wissen wir mehr", betonte Mateschitz.

"Die Stunde der Wahrheit" schlage erst beim Rennauftakt in Melbourne (16. März). Selbst ein Rückstand am Saisonanfang hieße aber nicht automatisch, "dass die WM verloren ist. Auch mit einem Nachholbedarf besteht eine Chance", meinte Mateschitz und schätzte MercedesAMG und Ferrari als "sehr große Rivalen" ein.

Red-Bull-Partner Renault hat bis zum nächsten Formel-1-Test in Bahrain nach eigenen Angaben "eine lange Liste" vor sich. "Wir sind nicht genug Runden gefahren. Und wenn, dann war es auf einem nicht akzeptablen Leistungsniveau", sagte der Stellvertretende technische Managing-Direktor Bob White in einem Interview auf der Homepage der Formel-1-Abteilung des französischen Autobauers. Er stellte klar, dass die Probleme nicht eine einzige Ursache hatten. "Prinzipiell betraf es die Kontrolle und den Betrieb der verschiedenen Untersystem der Antriebseinheit im Auto."

Alle Partner von Renault - Red Bull, Toro Rosso und Caterham - hatten bei den Testfahrten in Jerez Probleme. Lotus, das ebenfalls auf Renault-Aggregate setzt, hatte die viertägigen Auftakttests ausgelassen. Am schlimmsten erwischte es in Südspanien das Weltmeisterteam mit Vierfach-Champion Sebastian Vettel. Red Bull, das auch noch mit weiteren Defekten und Schwierigkeiten zu kämpften hatte, kam nicht mal auf 100 Kilometer.