Magdeburg - Der umstrittene Verein Leo hat Darstellungen zurückgewiesen, Homosexuelle mit Seminaren "heilen" zu wollen. "Die Behauptung, unser Verein wolle Schwule heilen, ist falsch", hieß es am Montag in einer Erklärung des Vereinschefs Bernhard Ritter. Der Landtag hatte sich am Freitag parteiübergreifend gegen vermeintliche "Heilungsseminare" für Homosexuelle ausgesprochen.

Homosexualität sei für ihn auch "keine Krankheit im medizinischen Sinne", schrieb Ritter nun. Bei einer Anhörung des Landtags 1995 hatte dieser - einst selbst CDU-Landtagsabgeordneter - Homosexualität laut Protokoll-Niederschrift als eine "emotionale Entwicklungsstörung" bezeichnet. Laut Medienberichten wurde Homosexualität in Seminaren des Vereins als heilbare Krankheit dargestellt.

CDU-Fraktionschef André Schröder, der zunächst eine Mitarbeit im Kuratorium des Vereins zugesagt hatte, hat sein Angebot inzwischen zurückgezogen. Ex-Ministerpräsident Christoph Bergner, der im Vereinskuratorium sitzt, erklärte, er habe beim Thema Homosexualität klar eine andere Auffassung als Ritter. Der Verein müsse nun intern einen Weg finden, mit dessen Haltung umzugehen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband wollte noch am Montagabend über den Ausschluss des Vereins beraten. Der Vorstand werde dies auf Grundlage der bislang öffentlich verfügbaren Informationen tun, sagte Landesgeschäftsführerin Gabriele Girke. Vor einem Ausschluss werde dem Verein aber auch noch eine Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt.