Burg/Genthin l Millionenschäden hat das Hochwasser im Juni im Jerichower Land angerichtet. Die größten Schäden sind durch Deichüberspülungen und -bruch in Hohenwarthe-Siedlung und an der Niegripper Schleuse entstanden.

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser. Im Jerichower Land gibt es entlang der Elbe insgesamt 43 Kilometer Deiche. Davon gilt die Hälfte (21 Kilometer) als saniert. In die Restsanierung sollen 30 Millionen Euro fließen. Dringendstes Vorhaben in Gommern ist der Elbdeich bei Dornburg: Baustart soll 2015 sein. Die Umflutdeiche sollen mit einem Kostenaufwand von 15,5 Millionen Euro saniert werden. Für Hohenwarthe wird in den nächsten drei Jahren eine großflächige Deichrückverlegung stattfinden. Von Lostau nach Gerwisch ist während der Krisenzeit ein Behelfsdeich errichtet worden. Dieser Deich, zum Jahresende wegplaniert, soll aber in die Sanierungsplanungen einbezogen werden.

"2020 sollen alle Deiche dem Stand der Technik entsprechen."

Ähnlich verhält es sich mit dem alten Bahndamm. Hier wird geprüft, inwieweit die Substanz für eine Sanierung geeignet ist. Entstehen sollen neue Deiche vom Hochufer Biederitz über Schöpfwerk und Domblick Gerwisch sowie Hochufer Gerwisch bis einschließlich Bahndamm Lostau. Bei Klietznick ist die großflächige Deichrückverlegung geplant. Eine Herausforderung stellt der kreisübergreifende Deichzusammenschluss zwischen Jerichow und Fischbeck dar. Hier sollen acht Kilometer Deich neu errichtet werden. Der Baustart ist im nächsten Jahr geplant. 15 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten. "Unser Ziel ist es, dass im Jahr 2020 alle Deiche dem Stand der Technik entsprechen", sagte Burkhard Henning. Der Geschäftsführer des Landesbetriebs für Hochwasserschutz (LHW) darf 40 neue Mitarbeiter einstellen, hinzu kommen sechs weitere im Landesverwaltungsamt, die sich mit den Planungen beschäftigen sollen.