Magdeburg/Halle - Ein in der vergangenen Woche im Jemen entführter Deutscher stammt aus Sachsen-Anhalt. Der Mann habe seinen Wohnsitz in der Nähe von Magdeburg, bestätigte Sachsen-Anhalts Regierungssprecher Matthias Schuppe am Dienstag einen Vorabbericht der "Mitteldeutschen Zeitung" (Mittwoch). Der Zeitung zufolge lebte der etwa 70 Jahre alte Mann in Haldensleben und absolvierte im jemenitischen Sanaa seit rund einem Monat einen Arabisch-Kurs.

Das Auswärtige Amt erklärte lediglich, man habe einen Krisenstab gebildet und stehe in engem Kontakt mit der deutschen Botschaft im Jemen. Gemeinsam mit den Behörden vor Ort sei man um weitere Aufklärung bemüht. Angaben zur Identität des Mannes, seinem Wohnort oder seinen Reisegründen wollte das Amt in Berlin nicht machen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Saba hatte bereits am Wochenende berichtet, ein Deutscher sei am Freitag in der Altstadt von Sanaa von unbekannten Bewaffneten verschleppt worden. Nach Berichten jemenitischer Medien wurde der Deutsche in Stammesgebiete der Provinz Marib gebracht. Die Entführer verlangen angeblich die Freilassung zweier Stammesangehöriger aus dem Gefängnis.

Entführungen von Ausländern kommen im Jemen immer wieder vor. Oft wollen die Kidnapper die Freilassung von Gefangenen erzwingen oder verlangen Lösegeld. Erst am Montag wurde bekannt, dass in der Hauptstadt Sanaa auch ein Brite entführt wurde, wie die Internet-Seite "barakish.net" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete.

Die Lage im Jemen ist instabil. In vielen Landesteilen übt die Regierung in Sanaa keine Kontrolle mehr aus. Dort geben bewaffnete Stammesmilizen, aufständische Separatisten und Al-Kaida-nahe Gruppen den Ton an. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in den Jemen.