London - Auf seinem Twitter-Foto von der Anreise nach Manchester zeigte sich André Schürrle noch in prächtiger Stimmung. Gar so euphorisch dürfte die Laune des deutschen Nationalspielers auf dem Heimweg nicht mehr gewesen sein.

Und das trotz des so immens wichtigen 1:0 (1:0)-Coups des FC Chelsea bei Manchester City in der englischen Premier League. Für den 23 Jahre alte Offensivspieler war nicht einmal Platz auf der Auswechselbank, Schürrle fehlte gänzlich im Kader. Starcoach Jose Mourinho hat offenbar das Vertrauen in den ehemaligen Leverkusener verloren.

Es ist die Fortsetzung einer für Schürrle bedenklichen Entwicklung. In den 24 Liga-Spielen von Chelsea kam er bisher auf 17 Einsätze. Zehnmal wurde er ein-, sechsmal ausgewechselt. Nur ein einziges Mal durfte er über die volle Spielzeit ran. Es gelangen ihm drei Treffer. In den vergangenen drei Partien stand er zweimal nicht im Kader, einmal schmorte er 90 Minuten auf der Bank. Zuletzt spielte Schürrle am 26. Januar beim 1:0 in der vierten Runde des FA-Cups gegen Stoke City. Auch da wurde er in der 70. Minute ausgewechselt.

Vier Monate vor dem Beginn der Weltmeisterschaft in Brasilien ist das zu wenig. Zumal sich am anderen Ende der englischen Hauptstadt Schürrles Konkurrent auf der linken Außenbahn des DFB-Teams so langsam in Stellung bringt. Lukas Podolski kommt nach seiner langwierigen Muskelverletzung immer besser in Schwung. Am Sonntag stand er beim 2:0 gegen Crystal Palace wieder in der Startformation des FC Arsenal. Am Montagabend konnte sich Podolski dann über den Verbleib an der Tabellenspitze freuen und sich auch im Fernduell mit Schürrle um einen Startplatz bei Bundestrainer Joachim Löw ein wenig als Punktsieger fühlen.

Durch die Heimniederlage der Citizens bleiben die Gunners mit 55 Zählern Tabellenführer. Es folgen ManCity und Chelsea punktgleich (53) auf den Plätzen zwei und drei. Die englischen Medien lobten Blues-Coach Mourinho für eine taktische Meisterleistung im Etihad. Dort hatte ManCity in dieser Runde bisher alle elf Liga-Spiele dominiert. Zum ersten Mal seit November 2010 gelang der Tormaschine der Liga in einer Partie im eigenen Stadion diesmal aber kein Treffer. Selbst bei der bisher einzigen Heimpleite der Saison gegen den FC Bayern München war dem Gastgeber beim 1:3 wenigstens ein Ehrentreffer geglückt.

Zwei Spielzeiten lang wurde der Meister von 2012 außerdem nicht mehr zweimal von einer Mannschaft bezwungen. Chelsea hat dies nun wieder geschafft. An das Hinrundenspiel dürfte auch Schürrle bessere Erinnerungen haben. Am 27. Oktober erzielte er beim 2:1-Erfolg an der Stamford Bridge seinen ersten Liga-Treffer für seinen neuen Club. Seitdem geht es für ihn bergab. Nur zweimal stand er danach länger als eine Halbzeit auf dem Rasen.