Sotschi - Die olympische Bühne ist bereitet, die Spiele von Sotschi können beginnen. Am Freitagabend werden in der schmucken Fischt-Arena die XXII. Olympischen Winterspiele eröffnet. 16 Tage lang kämpfen rund 2900 Athleten von 87 teilnehmenden Nationalen Olympischen Komitees um die Medaillen.

In 98 Disziplinen wird Edelmetall vergeben, das sind zwölf Entscheidungen mehr als noch vor vier Jahren in Vancouver. "Diese Spiele sind mit Herausforderungen verbunden, das ist auf verschiedenen Feldern offensichtlich. Ihnen hat sich das IOC gestellt. Wir blicken jetzt mit Vorfreude auf die Spiele", sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

Wenn Präsident Wladimir Putin die ersten Winterspiele in Russland offiziell eröffnet, sollen auch endlich die Kritiker und Zweifler des umstrittenen Olympia-Gastgebers verstummen. Nicht nur der Gigantismus und die Rekordkosten von 37,5 Milliarden Euro gaben im Vorfeld Anlass zur Empörung. Hinzu kam internationale Kritik am russischen Anti-Homosexuellen-Gesetz und an der Ausbeutung von Wanderarbeitern, die die glitzernden Olympia-Bauten errichtet hatten. Auch die Angst vor der Terrorgefahr aus dem Krisengebiet Nordkaukasus und die Sorge um die Sicherheit der Athleten geriet zur Dauerdebatte.

153 deutsche Sportler wollen sich von all diesen Diskussionen in den Tagen von Sotschi möglichst nicht beirren lassen und ihren Olympia-Traum leben. 27 bis 42 Medaillen hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) als Zielkorridor ausgegeben, in Vancouver hatte das deutsche Team mit 30 Mal Edelmetall Platz zwei in der Nationenwertung belegt. "In der Mannschaft steckt viel Potenzial", versicherte DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank.

Als Fahnenträgerin wird Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch die deutsche Delegation am Freitag ins Olympiastadion führen. Die Partenkirchenerin gilt neben den Rodlern um Felix Loch und dem Nordischen Kombinierer Eric Frenzel als größte Gold-Hoffnung in Sotschi.

Aus Angst vor Anschlägen verhängen die USA derweil Medienberichten zufolge ein vorübergehendes Verbot von Flüssigkeiten, Gels und Spraydosen im Handgepäck auf Russlandflügen. Am Mittwoch hatten die USA vor Sprengstoff in Zahnpasta-Tuben und anderen kosmetischen Behältnissen an Bord von Maschinen gewarnt, die auf dem Weg nach Russland sind.