Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat mit einem Gala-Auftritt seine Ansprüche auf einen Champions-League-Platz untermauert und seine Heimserie in der Fußball-Bundesliga ausgebaut.

Die Gelsenkirchener entzauberten zum Abschluss des 20. Spieltages die ebenfalls mit zwei Siegen in die Rückrunde gestartete Mannschaft von Hannover 96. "Jetzt im Moment läuft es sehr gut und den Schwung wollen wir natürlich mitnehmen", betonte S04-Coach Jens Keller.

Jefferson Farfán (39. Minute) und Max Meyer (44.) belohnten die Hausherren beim ungefährdeten 2:0 (2:0) für eine vor allem in der ersten Halbzeit starke Vorstellung mit ebenso schnellen wie sehenswerten Kombinationen. "Wir sind ein Team geworden und das sieht man auch", sagte Torschütze Meyer. "Man kann sagen, es sind elf Kapitäne auf dem Platz", fand Torwart Ralf Fährmann.

In der Tabelle festigte der S04 Platz vier (37 Punkte) mit zwei Zählern Rückstand auf Erzrivale Borussia Dortmund. Hannover (10./24) verpasste es, sich weiter vom hinteren Mittelfeld abzusetzen. "Es ist verdammt schade, dass wir hier keinen Punkt mitgenommen haben", meinte Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler.

Bei Schalke fehlte der Kapitän verletzungsbedingt, aber auch ohne Benedikt Höwedes kannten die Königsblauen vor 61 307 Zuschauern im heimischen Stadion nur einen Kurs. 70 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, 30 Prozent Ballbesitz für die Gäste nach den ersten zwanzig Minuten sagten alles. Die tief stehende doppelte Viererkette der Niedersachsen stellte auch kein allzugroßes Hindernis für die Keller-Mannschaft dar.

Nur Zieler stand einer ganz frühen Führung der Hausherren zunächst im Wege, als er einen Schuss aus etwa 18 Metern von Chinedu Obasi (2.) und einen Versuch von Klaas-Jan Huntelaar (12.) abwehrte. So überstanden die in der Hinrunde auswärts punktlosen Hannoveraner die erste halbe Stunde unbeschadet.

Als Schalkes Sechser Roman Neustädter nach einem Foul von Szabolcs Huszti mit einer schweren Knieprellung vom Platz und wegen einer Wunde genäht werden musste, schienen die Hausherren etwas ihren Rhythmus verloren zu haben - bis Sead Kolasinac auf der linken Seite nach einem Hackentrick von Obasi zu einem unwiderstehlichen Spurt ansetzte. Der Außenverteidiger degradierte Marcelo zum Statisten, sprintete bis zur Torlinie, zog nach innen und passte den Ball auf den völlig freistehenden und ebenfalls bestens aufgelegten Farfán. "Er hat ja einfach Spaß, und wenn er Spaß am Fußball hat, kann er einiges bewegen", sagte Keller über den Torschützen.

Nicht weniger schön als die Vorbereitung des achten Farfán-Saisontores war die Entstehung des zweiten Treffers durch den 18 Jahre alten Mayer. Diesmal über rechts, über Farfán und einen mustergültigen Rückpass von der Torauslinie durch Atsuto Uchida.

Aber was war mit Hannover? Von der Fortsetzung des starken Rückrundenstarts mit zwei Siegen, darunter dem ersten in der Fremde in dieser Saison, war nichts zu sehen. Ein Schuss von Mame Diouf (33.) weiter übers Tor nach einem blitzschnellen Konter war bezeichnend für die niedersächsische Mut- und Harmlosigkeit.

Die Kontertaktik des neuen 96er Coaches Tayfun Korkut, der dieselbe Startelf aufs Feld geschickt hatte wie zuletzt beim 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach ging nicht auf. Selbst als die Gastgeber mit der 2:0-Führung im Rücken einen Gang zurückschalteten und durch Huntelaar (55.) ihre beste Chancen im zweiten Spielabschnitt vergaben, konnten sich die Gäste nicht entscheidend durchsetzen. Bezeichnend: Fährmann musste in der 66. Minute das erste Mal eingreifen, als er einen Distanzschuss des Sekunden zuvor eingewechselte Edgar Prib hielt.