Berlin - London, Champions League in Leverkusen und natürlich der Knaller FC Arsenal kontra Bayern: Bundestrainer Joachim Löw will seine WM-Kandidaten in den kommenden Tagen und Wochen so oft wie möglich live beobachten.

Dafür verzichtet er auch auf eine erneute Reise ins WM-Land Brasilien, wo bei einem Workshop in Florianopolis weitere Details mit Vertretern der 32 teilnehmenden Länder besprochen werden. "Mit dem Spiel gegen Chile beginnt für uns das WM-Jahr. Meine Priorität liegt bei meiner Mannschaft und bei meinen Spielern", erklärte Löw.

Die Zeit rennt, der Freiburger muss schon in 80 Tagen seinen vorläufigen Brasilien-Kader nominieren. "Aus der Erfahrung weiß ich, dass die Zeit bis zu einem Turnier immer kürzer wird. Ich will deshalb jede Gelegenheit nutzen, mit den WM-Kandidaten direkt zu sprechen", bemerkte Löw auf der DFB-Homepage. Noch vor dem Testspiel des Nationalteams am 5. März in Stuttgart gegen Chile muss er wichtige Fragen klären: Wird der gerade wieder in den Spielbetrieb zurückgekehrte Vizekapitän Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern gleich wieder nominiert? Schafft es Mario Gomez nach viermonatiger Pause in Italien zurück? Was ist mit den anderen verletzten Spielern?

Am Sonntag wird der Bundestrainer in London das FA-Cup-Spiel zwischen dem FC Arsenal, für den Mesut Özil, Lukas Podolski und Per Mertesacker spielen, und dem FC Liverpool besuchen. Am Dienstag steht in Leverkusen die Champions-League-Partie zwischen Bayer und Paris St. Germain auf seinem Reiseprogramm. Und am Tag danach wird er beim Königsklasse-Festival der deutschen Nationalspieler Arsenal kontra Bayern München in London auf der Tribüne sitzen. Am Wochenende danach ist Löw in Nizza bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich dabei.

"Ich wäre gern nach Brasilien geflogen, aber ich habe volles Vertrauen in Helmut Sandrock, Oliver Bierhoff und die Delegation des DFB. Ich weiß, dass die Organisation bei unserem Stab in besten Händen liegt. Mein volles Augenmerk als Trainer gilt meinen Spielern und mit Blick auf die WM der Planung der sportlichen Abläufe und Inhalte", erklärte Löw. Nationalmannschafts-Manager Bierhoff wird die DFB-Delegation in der kommenden Woche beim WM-Workshop anführen. "Wir als große Fußballnation erfahren da nicht die großen Neuigkeiten. Es geht um letzte Details für die Experten und um den Austausch mit den anderen Verbänden", sagte der Ex-Nationalstürmer.

Löw bleiben mit dem Chile-Match vier Tests als WM-Vorbereitung. Nach dem Trainingslager in Südtirol vom 21. Mai bis 1. Juni fliegt der DFB-Tross am 7. Juni nach Brasilien, wo neun Tage später das erste Gruppenspiel gegen Portugal ansteht. "Innerhalb der Sportlichen Leitung der Nationalmannschaft haben wir eine klare Aufteilung der Zuständigkeiten, die hier nun einmal mehr greift", sagte Bierhoff zu den unterschiedlichen Reisezielen in der neuen Woche. Und ganz sicher würden "keine Information verloren" gehen: "Beim Teamworkshop geht es in vielen Bereichen um die letzten Details."

Die DFB-Abordnung mit Generalsekretär Sandrock und Bierhoff an der Spitze wollen den Brasilien-Trip auch zu einem Abstecher nach Porto Seguro nutzen, und das im Bau befindliche Mannschaftsquartier Campo Bahia zu inspizieren. "Für uns ist es wichtig, sich vor Ort ein Bild vom Baufortschritt machen zu können", erklärte Bierhoff: "Wir haben eine sehr positive Rückmeldung, wir haben volles Vertrauen, es läuft alles - ich bin trotzdem gespannt, wie das Campo Bahia aussieht, wenn wir dort sind."