Magdeburg - Das erst wenige Tage alte Baby der Giraffe Fleur ist die neue Besucherattraktion des Magdeburger Zoos. Allein am Samstag seien mehr als 1000 Menschen gekommen, für das Wochenende insgesamt rechne er mit bis zu 3000 Besuchern, sagte Zoo-Prokurist Dirk Wilke am Sonntag. Am Wochenende zogen auch frühlingshafte Temperaturen und zeitweise stahlender Sonnenschein mehr Besucher als im Februar üblich in den Zoo.

"Das Kind steht bei der Mutter, wir gehen davon aus, dass sie es gut annimmt", sagte Wilke. Zoo-Besucher könnten das Giraffenbaby vom Zuschauerbereich aus sehen. Die zehnjährige Giraffenmutter Fleur hatte ihr viertes Jungtier Anfang der Woche geboren. In den nächsten Wochen soll ein Name für den kleinen Bullen gefunden werden.

Zuletzt hatte der Zoo Kopenhagen weltweit für Entsetzen bei vielen Tierliebhabern gesorgt, weil er ein Giraffenkalb erschossen und an Löwen verfüttert hatte. Als Begründung wurde Platzmangel angegeben. Dieses Problem hat der Zoo in Magdeburg mit seinem Giraffennachwuchs nicht.

Im Magdeburger Zoo waren allerdings 2008 drei Tigerbabys getötet worden, weil ihr Vater kein reinrassiger sibirischer Tiger war und die Tiere damit nicht für die Erhaltung der Art genutzt werden konnten. Auch dies hatte Proteste von Tierschützern ausgelöst. Das Naumburger Oberlandesgericht urteilte später, Artenschutz könne nicht höher als Tierschutz gewertet werden. Die Tötung der Tiger sei nicht zulässig gewesen. Vier Zoo-Mitarbeiter waren damals zu Geldstrafen verurteilt worden.