Magdeburgerforth l Mit der Stilllegung am 25. September 1965 ging nach 69 Jahren die unverzichtbare Beförderungsleistung für den Personen- und Güterverkehr der Kleinbahn KJI im Landkreis Jerichower Land zu Ende. Durch die Kleinbahn mit ihren 43 Bahnhöfen und Haltepunkten wurden im Güterverkehr vor allem Zuckerrüben, Kartoffeln, Getreide sowie Holz und Kohlen transportiert.

Im Personenverkehr profitierte die Bahn in erster Linie vom Berufsverkehr. "Nebenbei" entwickelte sich auch ein Ausflugsverkehr in die "Jerichower Schweiz", dem landschaftlich reizvollen Waldgebiet um Magdeburgerforth.

Damit die ehemalige Kleinbahn des Kreises Jerichow I nicht in Vergessenheit gerät, wurde am 9. September 2000 in Magdeburgerforth der Traditionsverein Kleinbahn des Kreises Jerichow I gegründet. Gründungsmitglieder waren Eisenbahnfans aus Potsdam, Magdeburg und dem Jerichower Land. Der Verein sieht seine Hauptaufgabe darin, die vielen Reste der Kleinbahn ausfindig zu machen, zu erhalten und zu restaurieren.

Mit dem Kauf des Bahnhofes Magdeburgerforth mit seinem Gelände im November 2005 legte der Traditionsverein den Grundstein für den Wiederaufbau der Kleinbahn.

Seit Mai 2011 verfügt der Traditionsverein über die Zulassung als Eisenbahnverkehrsunternehmen. "Damit können wir an ausgewählten Fahrtagen Personenverkehr durchführen", so Vorstandsmitglied Ingo Dorbrietz.

Der nächste Fahrtag mit Dieselbetrieb startet am 15. März um 12 Uhr.

Trasse soll wieder nutzbar gemacht werden

Mit der Sanierung des Bahnhofsgeländes in Magdeburgerforth soll auch der Tourismus angekurbelt werden. Absoluter Höhepunkt im Vereinsleben in diesem Bereich war das Fläming-Frühlingsfest, welches tausende Besucher nach Magdeburgerforth mit seinem Bahnhofsgelände zog.

Wieder nutzbar gemacht werden soll die alte Trasse vom Museumsbahnhof bis nach Altengrabow auf einer Länge von rund 5,3 Kilometern. Dazu sind viele Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder sowie Helfer und Sponsoren erforderlich. Unterstützt wird der Verein dabei unter anderem von der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA), diversen Firmen und Auszubildenden der Bahnbau-Gruppe aus Königsborn. Aber auch niederländische Soldaten packten im Rahmen ihrer Ausbildung auf dem Bahnhofsgelände in Sachen Gleisbau schon kräftig zu.

Die Strecke beginnt im Schmalspurbahnhof Altengrabow. Die Strecke verläuft nördlich von Dörnitz-Altengrabow, quert die Straße Dörnitz-Drewitz und verläuft bis zum Bahnhof Dörnitz. Weiter geht es entlang des Gloinebaches, vorbei an der Kupferhammermühle, nach Magdeburgerforth.

Befahrbar ist bereits der Streckenabschnitt vom Museumsbahnhof bis zum sogenannten "Lumpenbahnhof". Derzeit ist der Streckenabschnitt vom Museumsbahnhof bis zur Haltestelle Magdeburgerforth - Lindenstraße in Arbeit. Schon jetzt müssen die Autofahrer während der Bauarbeiten auf der K 1212 in Höhe des Museumsbahnhofes Magdeburgerforth mit Zugüberquerungen der Straße rechnen. Auf dem Gelände des Museumsbahnhofes ist in dem ehemaligen Bahnhofsgebäude auch ein Museum zur Geschichte der Kleinbahn untergebracht. Mit dem Fahrtag am 15. März soll auch das Kleinbahn-Café wieder eröffnet werden, zunächst einmal an den Fahrtagen und den Bahnhofsfesten.

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