Newport Beach/Magdeburg l Mehr als 600 Kilometer paddeln innerhalb von 28 Tagen - und das auf einem Knie! Für Canadier-Weltmeister Erik Leue vom SCM bedeutet das vierwöchige Trainingslager unter der warmen Sonne Kaliforniens alles andere als ein Zuckerschlecken.

Zusammen mit weiteren sieben deutschen Canadier- und 13 Kajak-Spezialisten (darunter auch der Olympiasieger von 2008, Andreas Ihle vom SCM) bereitet sich der männliche Teil der Rennsport-Elite des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) auf die Höhepunkte des Jahres 2014 vor. Und das sind die Europameisterschaften vom 10. bis 13. Juli in Brandenburg und die Welttitelkämpfe vom 6. bis 10. August in Moskau.

"Vorgeschaltet" sind den Rennen um Medaillen und Plätze jährlich zwei Qualifikationen. Die erste findet am 11. April in Duisburg statt, die zweite wird am 2. Mai auf der EM-Strecke in Brandenburg im Rahmen der "Großen Brandenburger Regatta" ausgetragen.

Der Trainingsaufenthalt in Kalifornien begann jedoch mit einer bösen Überraschung, denn der US-amerikanische Zoll ließ sich mit der Abfertigung des Containers mit dem Bootsmaterial zwei Tage Zeit. Die Bundestrainer Kay Vesely und Detlef Hoffmann machten mit ihren Schützlingen aus der Not eine Tugend: Surfski, Outrigger und Stand-Up-Paddeln rückten auf den Trainingsplan. Vesely gewann dem mit den Worten: "Um dem Jetlag zuvorzukommen, war das gar nicht so verkehrt", sogar noch eine positive Seite ab.

Bei einem Wettkampf im Newport Aquatic Center in eben diesen Disziplinen gelang es den deutschen Kanuten dennoch, gehörig abzuräumen. K-1-Weltmeister Max Hoff (Essen) gewann das Long-Distanz-Rennen über 10 km im Einer-Surfski, und im ungewohnten Zweier-Surfski waren Andreas Ihle und Kai Spenner (Essen) erfolgreich.

Das vierstündige Training pro Tag bekommt den Athleten recht gut. "Ich komme mit den hohen Trainingsumfängen sehr gut zurecht", berichtet Ihle, der wie sein SCM-Kollege zwischen den Trainingseinheiten versucht, "ein Käffchen in der Sonne zu genießen oder durch die Shopping Malls der Umgebung zu bummeln. Neben der Selbstverpflegung, die ich mit drei Trainingspartnern gut und gesund organisiere, gönne ich mir aber auch ab und zu ein gutes Steak in einem der unzähligen Restaurants."

Erik Leue erzählt vom täglichen Paddeltraining: "Es geht vorbei an riesigen Yachten und am Haus von George Clooney."