Magdeburg - Mit einem Lesemarathon haben Politiker, Kulturschaffende, Sportler, Wissenschaftler und Kirchenvertreter am Samstag in Magdeburg ein Zeichen für Zivilcourage gesetzt. Über zehn Stunden hat alle 15 Minuten ein neuer Vorleser Geschichten in einem Magdeburger Einkaufszentrum vorgetragen, die ihm wichtig waren und zur Thematik passten.

"Die Aktion ist gut angekommen", sagte Eike Siemrodt vom Mitveranstalter Kulturzentrum "Moritzhof/ARTist!" am Sonntag. "Durch ständige Fluktuation im Center haben wir viele Leute erreichen können", ergänzte er. Mit dabei war auch Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD).

Mit der Aktion wurde auch an die Ermordung von Hans und Sophie Scholl als Mitglieder der Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose" erinnert. Am 22. Februar 1943 waren sie von den Nationalsozialisten hingerichtet worden.

Der Lesemarathon war Auftakt für das zweite Jahr des Projekts "Otto greift ein". In zahlreichen Workshops soll das Thema Zivilcourage beleuchtet und eingeübt werden. Im vergangenen Jahr haben den Veranstaltern zufolge mehr als 700 Magdeburger teilgenommen.