Sotschi - Bei den Winterspielen von Sotschi erlischt am Sonntag das olympische Feuer. Vor der Schlussfeier am Abend im Fischt-Stadion fallen die letzten drei der insgesamt 98 Entscheidungen.

Zunächst bestreiten die Ski-Langläufer ihren Marathon über 50 Kilometer, die vier deutschen Teilnehmer haben allerdings kaum Chancen auf eine Medaille. Die Hoffnungen auf weiteres Edelmetall für das deutsche Team ruhen stattdessen auf den Viererbob-Piloten.

Nach zwei von vier Läufen belegte Weltmeister Maximilian Arndt den dritten Platz. Er hat nur 16 Hundertstelsekunden Rückstand auf den führenden Russen Alexander Subkow, der bereits das Zweierrennen in Krasnaja Poljana für sich entschieden hatte. Als Zweiter geht der Lette Oskars Melbardis in die beiden letzten Durchgänge. Thomas Florschütz ist vorerst Fünfter.

Zum Abschluss der Wettbewerbe stehen sich im Eishockey-Finale Schweden und Vancouver-Olympiasieger Kanada gegenüber, ehe sich Gastgeber Russland am Abend mit einer rauschenden Schlussfeier von seinen ersten Winterspielen verabschiedet. Die Organisatoren erwarten im Fischt-Stadion von Sotschi rund 40 000 Zuschauer - darunter Kremlchef Wladimir Putin und IOC-Präsident Thomas Bach.

Am vorletzten Wettkampftag der Spiele am Schwarzen Meer hatte die deutsche Mannschaft noch einmal drei Medaillen gewonnen und damit nach dem Doping-Schock um Evi Sachenbacher-Stehle wieder für sportliche Schlagzeilen gesorgt. Zunächst fuhren die Snowboarderinnen Anke Karstens und Amelie Kober im Parallel-Slalom überraschend auf die Plätze zwei und drei, dann musste sich die Biathlon-Staffel nur knapp im Kampf um Gold den Russen geschlagen geben. Ski-Rennfahrer Felix Neureuther schied dagegen im zweiten Slalom-Durchgang aus, Fritz Dopfer wurde Vierter. Mit nun 19 Medaillen (8/6/5) rutschte die deutsche Mannschaft auf Platz sechs des Medaillenspiegels.

Durch das Biathlon-Gold übernahm Russland mit 29 Mal Edelmetall (11/10/8) Platz eins in der Länderwertung vor Norwegen (11/5/9) und steuert bei den Heimspielen vor den letzten drei Entscheidungen auf den Sieg in diesem Klassement zu. Snowboarder Vic Wild hatte den Russen zuvor im Parallel-Slalom einen weiteren Olympiasieg beschert.