Dresden - Nach nur drei Spielen ist die Stimmung am Boden, die Fans sind unzufrieden und die Abstiegsangst ist präsenter denn je: Beim Fußball-Zweitligisten SG Dynamo Dresden ist die beim Start in die Rückrunde verbreitete Optimismus verflogen. "Der Blick auf die Tabelle ist verheerend, da brauchen wir nichts schön zu reden. Es geht jetzt aber nicht darum, rumzuheulen, sondern die Ärmel hochzukrempeln, Gas zu geben und die Spielverläufe zu ändern", meinte Trainer Olaf Janßen angesichts von nur einem gewonnen Punkt im Jahr 2014 und Relegationsplatz 16.

In seinen Augen hat seine Mannschaft stets die Partie im Griff, wird aber in ein, zwei, drei entscheidenden Situationen vom Gegner für Fehler gnadenlos bestraft. Allerdings: Was Dynamo am Sonntag beim 1:2 gegen St. Pauli im eigenen Stadion spielerisch bot, hatte nur in Ansätzen Zweitliga-Format.

Zwischen Abwehr, Mittelfeld und Angriff klaffen große Löcher. Spielerische Impulse, geniale Ideen fehlen ganz. Janßen sieht zudem ein Problem in der Offensive. "Es sind doch viele Bälle in den Strafraum geflogen. Wir sind im Moment nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Zumindest unsere Stürmer nicht. Sie müssen es selbst erzwingen, diese Torgefahr auszustrahlen und die Dinger schließlich zu machen", kritisierte er Zlatko Dedic und Mickaël Poté und nahm auch die zentralen Spieler in die Pflicht: "Aus dem zentralen Mittelfeld erwarte ich mehr. Dort müssen wir noch torgefährlicher werden. Auch aus der zweiten Reihe schießen wir zu wenig."

Auf Routinier und Spielgestalter Cristian Fiel hat Janßen bisher verzichtet. Der 33-Jährige ist Spezialist für Freistöße und Ecken. Zudem droht Dresden zumindest im kommenden Spiel beim FC Ingolstadt 04 der Ausfall von Vincenzo Grifo. Der 20-Jährige plagt sich mit Problemen im Bauch- und Leistenbereich. Genauere Untersuchungen sollen bis Dienstag Aufschluss über seine Verletzung geben.

Defensiv sieht Janßen unterdessen auch nach fünf Gegentore in zwei Spielen kein Problem. "Da waren ein Freistoß und ein Elfmeter dabei. Insgesamt glaube ich nicht, dass es ein grundsätzliches Problem ist", sagte der 47-Jährige und beschwört gebetsmühlenartig Durchhalteparolen: "Fakt ist, dass es noch 12 Spiele sind, in denen 36 Punkte vergeben werden. Die Mannschaft, die die aktuelle Tabellensituation am besten abschütteln und sich auf das nächste Spiel fokussieren kann und dort alles rausholt, ohne ängstlich zu sein oder Nervenflattern zu kriegen, die wird am Ende belohnt."

Dass in der sportliche schwierigen Situation die aufgebrachten Fans nicht nur die Mannschaft auspfeifen, sondern auch außerhalb des Stadions wieder aus der Rolle fallen, kann ihm nicht recht sein. Die Polizei ermittelt gegen Dynamo-Anhänger wegen Sachbeschädigung, nachdem sie am Sonntag den Bus des FC St. Pauli mit Steinen und Flaschen attackiert hatten.