Magdeburg - Die Land- und Forstwirtschaft in Sachsen-Anhalt hat bislang rund 37 Millionen Euro aus der Fluthilfe erhalten. Damit sei inzwischen ein großer Teil der auf insgesamt 48 Millionen Euro geschätzten Hilfe für diesen Bereich ausgezahlt worden, teilte Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung mit.

In der Land- und Forstwirtschaft gehe man davon aus, dass Schäden in der Größenordnung wie ursprünglich geschätzt entstanden seien, sagte Aeikens. Insgesamt war die Schadensschätzung zuletzt dagegen von 2,7 auf voraussichtlich unter 2,0 Milliarden Euro abgesenkt worden.

Bund und Länder hatten zusammen einen Hilfsfonds von bis zu acht Milliarden Euro aufgelegt, um Bürgern, Unternehmen und Kommunen beim Wiederaufbau zu helfen. Den größten Anteil machen die Kommunen aus, die damit Straßen und Gebäude sanieren können.

Unter den Landwirten und Waldbesitzern in Sachsen-Anhalt gebe es mehr als 700 betroffene Betriebe, die 1429 Anträge gestellt hätten, sagte Aeikens weiter. 1225 Anträge seien bewilligt und 65 abgelehnt worden. Bei den abgelehnten Anträgen handele es sich zum Teil um solche, die gar nicht von Landwirten gestellt wurden oder von Bauern, die von der Flut nicht betroffen gewesen seien.

Das Hochwasser hatte im Juni vergangenen Jahres riesige Flächen unter Wasser gesetzt, nachdem Deiche bei Fischbeck und am Zusammenfluss von Saale und Elbe gebrochen waren. Insgesamt standen rund 75 000 Hektar Acker und Grünland sowie 20 000 Hektar Wald unter Wasser.

Die Bauern erhalten nach den Vorgaben des Hilfsfonds für entgangene Ernten 80 Prozent der durchschnittlichen Einnahmen der vergangenen drei Jahre. Wenn eine hochwasserbedingte Betriebsaufgabe droht, können auch 100 Prozent gezahlt werden. Ein derartiger Antrag sei bislang aber nicht eingegangen, sagte Aeikens.

Im Bereich der Forstwirtschaft rechnet das Ministerium damit, dass manche Schäden erst später festgestellt werden können. Daher wurde hier die Antragsfrist für Hilfszahlungen bis Ende des Jahres verlängert. Auch für die gesamte Landwirtschaft wird diskutiert, die eigentlich bis Mitte des Jahrs laufende Antragsfrist zu verlängern.

Unabhängig von der Flut sei für die meisten Landwirte das abgelaufene Wirtschaftsjahr 2012/2013 ein hervorragendes Jahr gewesen, erklärte Aeikens. Dank guter Ernten und hoher Marktpreise seien die Gewinne der Betriebe deutlich gestiegen. Bei Einzelunternehmen habe der durchschnittliche Gewinn vor Steuern bei 628 Euro pro Hektar gelegen, das seien 77 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.