Sakhir - Das Weltmeisterteam Red Bull kommt einfach nicht richtig ins Rollen. Dem vierfachen Formel-1-Champion Sebastian Vettel blieb zum Auftakt des letzten Tests vor dem Saisonstart zwar eine weitere Enttäuschung erspart, aber nur, weil er noch nicht fuhr.

Teamkollege Daniel Ricciardo kam auf dem Bahrain International Circuit in Sakhir nur auf Platz sieben.

Unzufrieden war auch Nico Rosberg trotz seines vierten Rangs in 1:36,624 Minuten. Der Mercedes-Pilot aus Wiesbaden war nach seinen insgesamt 89 Runden alles andere als glücklich. "Das war kein fantastischer Tag für uns", sagte Rosberg, der einige neue Teile testete. "Leider haben wir nicht nur gute Sachen herausgefunden." Nach dem Mittagessen habe Mercedes "ein paar kleine Probleme gehabt, weshalb er früher als geplant habe aufhören müssen. "Wir haben noch einiges an den letzten drei Testtagen zu tun." Das Team sei aber auf dem richtigen Weg.

Dafür läuft es für die Teams mit Mercedes-Motoren rund zwei Wochen vor dem ersten WM-Lauf im australischen Melbourne weiterhin vielversprechend. Am ersten von insgesamt vier Testtagen erzielte Sergio Peréz bei Temperaturen bis zu 30 Grad die Bestzeit. Der Mexikaner benötigte im Force India auf dem 5,412 Kilometer langen Wüstenkurs auf seiner schnellsten Runde 1:35,290 Minuten. Valtteri Bottas belegte im ebenfalls mit Mercedes-Power angetriebenen Williams Rang zwei vor seinem finnischen Landsmann Kimi Räikkönen im Ferrari.

Adrian Sutil kam auf den fünften Platz und absolvierte ebenfalls 89 Runden. "Wir haben viele Kilometer abgespult", sagte der Sauber-Pilot aus Gräfelfing. "Aber wir müssen noch an unserer Performance arbeiten und haben noch ein paar Aufgaben zu lösen."

Der Titelverteidiger aus Heppenheim ist nach Angaben von Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko wegen der anhaltenden Probleme und dem Rückstand auf die Konkurrenz "not amused". Marko sagte der "Bild": "Mercedes ist uns einen großen Schritt voraus. Wir müssen bis Australien und wahrscheinlich darüber hinaus zittern." Aber es bringe nichts, wütend zu werden.

Red Bull hatte in den ersten beiden Testperioden mit mehr Problemen als jedes andere Team zu kämpfen. Die meiste Zeit stand der neue RB10, mit dem Vettel und sein Team in die Mission "VET V" starten und in Fahrer- und Konstrukteurswertung jeweils den fünften Titel in Serie holen wollen, in der Box. Vor allem der Antriebsstrang von Renault mit dem neuen Turbomotor und dem Hybridsystem ERS verursachte immer wieder Schwierigkeiten.

Marko formulierte daher eine klare Ansage an den langjährigen Partner: "Renault muss den Motor in den Griff bekommen." Gleichwohl darf nicht unerwähnt bleiben, dass das Team auch noch andere Probleme hatte. Vor allem die Kühlung des Autos funktionierte nicht optimal. Einmal musste Vettel persönlich zum Feuerlöscher greifen. "Unsere Probleme würden gerade nicht einmal zehn Millionen Euro lösen", räumte Marko ein. Ricciardo wies 2,618 Sekunden Rückstand auf Peréz auf. Vettel fährt erst am Samstag und Sonntag.