Dessau-Roßlau - Der Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, hat sich für eine weitere Amtszeit beworben. Das teilte er am Donnerstag in Dessau-Roßlau zum Ende seiner Amtsperiode mit. Der Stiftungsrat hatte Ende 2013 eine Neuausschreibung der Stelle beschlossen. Als Grund wurde ein beschädigtes Vertrauensverhältnis genannt. Kritiker werfen dem Architekten und Publizisten mangelnde Bereitschaft zur Kooperation vor.

Ostwalt äußerte sich nicht darüber, ob er zu Bewerbungsgesprächen eingeladen wurde. Laut Kultusministerium sind diese für März geplant. Sie sollen mit mehr als fünf Bewerbern geführt werden. Vorsitzender des Stiftungsrates ist Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD). Oswalts Vertrag endet an diesem Freitag.

Nach Worten von Oswalt hat die Entscheidung des Landes um den Standort des Bauhaus Museums zu den Zerwürfnissen mit dem Stiftungsrat geführt. Die Landesregierung hatte für den Bau im Juli vergangenen Jahres 12,5 Millionen Euro bewilligt. Dieselbe Summe sollen der Bund und Dritte beisteuern. Die Eröffnung ist für 2018 geplant. Nach dem Willen der Landesregierung soll das Museum laut Oswalt am Stadtpark entstehen. Er favorisiert dagegen den Umbau einer ehemaligen Buchhandlung unweit der Meisterhäuser. Oswalt zeigte am Donnerstag Unverständnis, das sich die Politik derart stark in die Standortfrage eingemischt habe.

"Ich bin dankbar, dass ich hier fünf Jahre arbeiten durfte", sagte der Chef der Stiftung Bauhaus. Es sei eine arbeitsreiche, tolle Zeit gewesen. Zur Bilanz zählten 20 Ausstellungen im Ausland und die Zusammenarbeit mit Israel, Russland und China.

Das Bauhaus Dessau hat als Kunst- und Designschmiede weltweit den Ruf einer Ikone der Klassischen Moderne. Es gehört zum Unesco-Welterbe.

Laut Oswalt werden die stellvertretende Direktorin Regina Bittner und Verwaltungsleiter Florian Bolenius als Interimsdirektoren fungieren.