Braunschweig - Bundesliga-Schlusslicht Eintracht Braunschweig hat im Kampf gegen den Abstieg ein Zeichen gesetzt und den Vertrag mit Trainer Torsten Lieberknecht vorzeitig bis 2017 verlängert.

"Ich bin mit Haut und Haaren dabei. Der Verein hat mich in seinen Bann gezogen", sagte der Fußballlehrer: "Ich freue mich über diesen großen Vertrauensbeweis." Lieberknechts bisheriger Kontrakt war noch bis 2015 befristet.

Trotz des drohenden direkten Abstiegs nach der Bundesliga-Rückkehr im vergangenen Sommer ist Lieberknecht in Braunschweig unumstritten. "Torsten hat hier in den letzten Jahren eine hervorragende Arbeit geleistet. Er steht für die Werte, die Eintracht ausmachen", sagte Manager Marc Arnold, der den Traditionsclub zusammen mit Lieberknecht von der dritten Liga zurück in die Bundesliga geführt hatte. "Von den Gremien ist der Beschluss einstimmig getragen worden", berichtete Arnold.

Mit nur 15 Punkten ist die Eintracht vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach allerdings Tabellenletzter. Lieberknecht und Arnold hatten nach dem überraschenden Aufstieg im vergangenen Jahr bewusst auf riskante Transfers verzichtet. Mehrfach hatte das Duo betont, den Aufstieg als Chance zu nutzen, um die Eintracht wieder nachhaltig im Profibereich zu etablieren. "Ich möchte diesen Weg weiterhin mitgehen. Ich glaube, dass dieser Weg noch lange nicht fertig ist", sagte Lieberknecht.

In der Vorrunde hatte der 40-Jahre alte Pfälzer vermeintliche Selbstzweifel offenbart, nachdem Braunschweig mit sieben sieglosen Spielen in die Saison gestartet war. "Ich bin keiner, der weglaufen möchte, aber trotzdem komme ich ins Grübeln", hatte Lieberknecht damals nach dem 0:4 gegen den VfB Stuttgart gesagt und damit Spekulationen über seinen Rücktritt ausgelöst.

Damit provozierte der in Braunschweig beliebte Coach eine beispiellose Solidaraktion von rund 500 Fans beim Training und eine zusätzliche Motivation der Mannschaft. Am achten Spieltag gelang mit dem 2:0 im Derby beim VfL Wolfsburg der erste Saisonsieg. Mehrfach betonte Lieberknecht danach, auch im Fall des Abstiegs mit der Eintracht zurück in die 2. Liga gehen zu wollen.