Cali - Joachim Eilers aus Chemnitz hat die deutsche Medaillenbilanz bei den Weltmeisterschaften in Kolumbien weiter aufgebessert und die Silbermedaille im 1000-Meter-Zeitfahren gewonnen.

Mit 59,984 Sekunden musste er nur dem in dieser Saison übermächtigen Francois Pervis (Frankreich/59,385) den Vortritt lassen. Platz drei ging an den Neuseeländer Simon van Velthooven (1:00,518). Eric Engler aus Cottbus wurde Achter (1:01,327).

"Ich bin sehr zufrieden. Ich habe einen Schritt nach vorne gemacht und den Abstand zu Francois Pervis verkürzt. Das ist eine richtig geile Zeit. Ich hoffe, es geht so weiter", sagte der Vorjahresdritte Eilers nach seinem Rennen. Bundestrainer Detlef Uibel fand anerkennende Worte: "Jo hat die Zielstellung erfüllt. Vor allem hat mich gefreut, dass er nach der ganzen Unruhe gezeigt hat, dass er dazugehört und eine Alternative ist."

In die Freude über WM-Silber mischte sich bei Eilers aber Ärger über den Verband. Der gebürtige Kölner musste auf sein Markenzeichen - grüne Socken - verzichten. Stattdessen trug Eilers wie alle anderen BDR-Sportler weiße kurze Strümpfe. "Der Sponsor des BDR war dagegen. Schade, dass man mir das kaputtmacht", grantelte Eilers.

Im Sprint der Frauen scheint der Weg zum ersten Einzel-Titel für Kristina Vogel aus Erfurt frei. Im Halbinale trifft die Vorjahres- Zweite am Samstag auf die Chinesin Junhong Lin. Titelverteidigerin Rebecca James (Großbritannien) und Olympiasiegerin Anna Meares (Australien) sind bereits ausgeschieden. Im zweiten Semifinale stehen sich die Britin Jessica Varnish und Tianshi Zhong (China) gegenüber.

Beendet ist dagegen die WM für Miriam Welte. Die Doppel- Weltmeisterin aus Kaiserslautern weinte nach dem unerwarteten Achtelfinal-Aus im Sprint bittere Tränen. "Ich wollte unbedingt ins Viertelfinale", sagte Welte, die auf einen Start im Keirin am Sonntag verzichtet.

Im Punktefahren siegte zum zweiten Mal nach 2011 der Kolumbianer Edwin Avila Vanegas und verwandelte das Velodrom von Cali in ein Tollhaus. Die 6000 Zuschauer feierten den Sieger mit La-Ola-Wellen und Salsa-Klängen. Der Berliner Theo Reinhardt belegte Platz sieben. In der Einerverfolgung der Frauen ging der Titel an Joanna Rowsell aus Großbritannien. Eine deutsche Fahrerin war nicht am Start.