Magdeburg - Für zu Unrecht erlittene Haft haben im vergangenen Jahr 18 Menschen in Sachsen-Anhalt eine Entschädigung erhalten. Insgesamt seien 30 825 Euro ausbezahlt worden, teilte das Justizministerium auf dpa-Anfrage in Magdeburg mit. Für jeden Tag, den ein Unschuldiger hinter Gittern verbringen musste, wurden 25 Euro bezahlt. Mit den Zahlungen wurden die Justizopfer für zusammen 1233 Tage im Gefängnis entschädigt. Für sogenannte materielle Schäden, die zum Beispiel bei Hausdurchsuchungen verursacht wurden, erhielten 23 Betroffene insgesamt 14 744 Euro als Ausgleich.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, waren die Zahlen der zu Unrecht Inhaftierten in den beiden vorangegangenen Jahren etwa ähnlich hoch. So wurden im Jahr 2012 in 14 und im Jahr 2011 in 18 Fällen Entschädigungen gezahlt. Allerdings waren die Summen wesentlich höher, weil mehr Hafttage zusammengekommen waren: 2012 wurden 3581 unschuldig im Gefängnis verbrachte Tage mit 89 525 Euro ausgeglichen, 2011 waren es 72 431 Euro für 2923 Tage. 2011 waren 48 Tage nach dem zunächst noch geltenden geringeren Entschädigungssatz von 11 Euro abgerechnet worden. Für materielle Schäden wurden 2012 an 20 Personen 19 896 Euro und im Jahr 2011 in 33 Fällen 25 452 Euro ausbezahlt.