Köthen/Halle - Ausgelassene Stimmung in Sachsen-Anhalts Karnevalshochburgen: Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen haben sich tausende Menschen die Umzüge zum Rosenmontag angeschaut. Allein in Köthen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) jubelten 15 000 Narren dem Zug zu. Damit waren es nach Angaben der Polizei etwa ebenso viele Teilnehmer wie im Vorjahr.

Unter dem Motto "Mit Leichtigkeit und Schwung - KUKAKÖ ist 60 Jahre jung" bahnte sich der Zug seinen Weg durch die Innenstadt von Köthen. Traditionell wurde er von einem Kinderprinzenpaar, diesmal Till I. und Prinzessin Chantale I., angeführt. Der Köthener Schlachtruf "Ku Ka Kö" ist die Verkürzung von Kuh-Kaff-Köthen, denn die Kleinstadt war einst ein Viehhandelsplatz.

Auf der rund zwei Kilometer langen Feststrecke durch Köthen schlängelten sich nach Angaben der Veranstalter 2000 Teilnehmer, 140 Festwagen, Cabrios und Kutschen. Zahlreiche Kapellen und kostümierte Laufgruppen hielten das närrische Volk bei Laune. Thematisiert wurde hauptsächlich Lokales. Doch auch Sprüche wie "Steuerflucht und Abhörohren haben bei uns nichts verloren" oder "Keine Konten in der Schweiz - Ehrlichkeit ist unser Reiz", waren am Wagen des "Cöthener Hockeyclubs 02" zu lesen.

In Halle zog der traditionelle Rosenmontagszug mit 1400 Teilnehmern und 62 Fahrzeugen durch die Straßen bis zum Marktplatz. In Anspielung auf die Diskussion um den Hochwasserschutz stand er in diesem Jahr unter dem Motto "Unsere Deiche halten", wie die Veranstalter mitteilten.

Landesweit gibt es nach Angaben des Karneval Landesverbandes Sachsen-Anhalt derzeit 188 Karnevalsvereine mit rund 16 500 Mitgliedern.