Kapstadt - Moritz Fürste hat den Schock über den zweiten Kreuzbandriss in seiner Karriere halbwegs verdaut und will nach der Rehabilitation einen neuen Anlauf wagen.

"Im ersten Moment ist das natürlich verheerend, aber ich werde nicht aufgeben - verlasst Euch drauf!", teilte der Kapitän der deutschen Hockey-Nationalmannschaft via Twitter mit. Gleichzeitig bedankte sich der Führungsspieler des Uhlenhorster HC Hamburg für die zahlreichen aufmunternden Worte und Genesungswünsche, die ihn sogar von Kollegen des großen Rivalen Niederlande erreicht haben. "Vielen Dank für eure Unterstützung, das hilft sehr", schrieb der Welthockeyspieler des Jahres 2012 aus dem fernen Kapstadt.

Gleich am ersten Tag des Trainingslagers der DHB-Auswahl in Südafrika hatte der Hamburger einen Kreuzbandriss im rechten Knie erlitten. Bittere Folge für ihn und Bundestrainer Markus Weise: Fürste fällt rund sechs Monate aus und verpasst damit auch den Jahreshöhepunkt, die Weltmeisterschaft im Juni in Den Haag. "Die WM ist für ihn auf jeden Fall vorbei. Das ist natürlich ganz bitter und sehr deprimierend für uns alle", meinte Weise frustriert. Denn der Ausfall des spielbestimmenden Mittelfeldakteurs ist auch für den Erfolgscoach ein schwerer Rückschlag vor der WM-Herausforderung.

Als Spielertyp ist "Mo" Fürste mit seiner Kreativität in der Auswahl des Olympiasiegers nicht ebenbürtig zu ersetzen. Allerdings hat Weise in seinem Elitekader zahlreiche Mittelfeldakteure, die das Fehlen des Kapitäns im Zusammenwirken auffangen können. So werden Oliver Korn und Tobias Hauke, der als Welthockeyspieler 2013 kürzlich die Nachfolge von Fürste angetreten hat, künftig noch mehr Verantwortung übernehmen müssen. Auch Christopher Wesley, wie Korn und Hauke ein "Goldjunge" von London 2012, den Weise bereits vom Stürmer zum offensiven Mittelfeldmann umfunktioniert hat, könnte in Fürstes Rolle schlüpfen. Ein weiterer Kandidat ist Christopher Rühr, einer von vier U-21-Weltmeistern in Weises Südafrika-Kader.

Rühr war beim lockeren 7:2-Erfolg im ersten Test-Länderspiel am Mittwochabend gegen Südafrika auch unter den Torschützen, doch der gute Auftritt rückte in den Hintergrund. "Wäre nicht die Verletzung von "Mo" Fürste, wäre ich sehr zufrieden", sagte Weise. Er kündigte an, dass der Weltmeister von 2006 sowie Olympiasieger von 2008 und 2012 am Donnerstag eine Schiene erhalte. Wann und wo der 29-Jährige operiert wird, steht noch nicht fest.

Für Fürste ist es schon die zweite schwere Knieverletzung: Nach dem EM-Titelgewinn im Herbst 2011 erlitt er einen Anriss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie. Nach einer intensiven Reha schaffte der Hamburger noch die Olympia-Teilnahme 2012 und führte die DHB-Auswahl in London zu Gold. Nun ist Olympia 2016 in Rio sein großes Ziel.