Magdeburg - Das Opfer des Überfalls mutmaßlicher Neonazis vor fünfeinhalb Monaten in Bernburg leidet wegen der damals erlittenen Kopfverletzungen unter Erinnerungslücken. Er habe die eigentliche Attacke "wie im Nebel" erlebt, sagte der aus der Türkei stammende Mann am Montag vor dem Magdeburger Landgericht. Er erinnere sich an rassistische Beschimpfungen und an Lärm und Krach. Drei der neun mutmaßlichen Angreifer identifizierte er als diejenigen, die ihn und seine Freundin vor dem Angriff beleidigt hatten. Er sagte, er habe nach der brutalen Attacke gut einen Monat im Krankenhaus gelegen. Noch heute kämpfe er mit den Folgen des Überfalls.

Auf der Anklagebank sitzen seit dem 18. Februar neun Männer im Alter zwischen 24 und 33 Jahren. Ihnen wird versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. Sie sollen am 21. September 2013 mutmaßlich aus Ausländerhass den Imbissbetreiber, dessen Freundin und einen anderen Mann geschlagen und getreten haben. Der 34-Jährige erlitt laut Anklage lebensgefährliche Verletzungen. Die Angeklagten schweigen bisher.