Miami - Mit diesem Sieg hatte selbst Florian Mayer nicht unbedingt gerechnet. Wie schon vor zwei Jahren setzte sich der Bayreuther Tennis-Profi zum Auftakt des ATP-Masters von Miami in zwei Sätzen gegen den Kroaten Ivan Dodig durch.

Nachdem ihn vor zwei Wochen im kalifornischen Indian Wells eine Leistenverletzung noch in der zweiten Runde gestoppt hatte, kam Mayer am Freitag (Ortszeit) in Südflorida in nur 66 Minuten zu einem ungefährdeten 6:3, 6:2-Erfolg. "Ich habe nicht viel trainiert und bin deshalb selber ein bisschen überrascht, dass es heute so gut ging", sagte der 30-Jährige der Nachrichtenagentur dpa.

Für Philipp Kohlschreiber und Andrea Petkovic ist das Turnier indes bereits nach der zweiten Runde beendet. Kohlschreiber zog nach 2:16 Stunden mit 6:3, 6:7 (1:7), 6:7 (5:7) gegen Marcos Baghdatis (Zypern) den Kürzeren. Petkovic unterlag in einem Marathon-Match über 2:37 Stunden Alize Cornet 2:6, 7:6 (7:0), 4:6 und musste sich der Französin im fünften Duell zum vierten Mal geschlagen geben.

Mayer hingegen darf sich nach seinem Express-Sieg über Dodig nun auf eine ganz besondere Herausforderung freuen: Der 32. in der Weltrangliste trifft in der dritten Runde auf Novak Djokovic. Der dreimalige Miami-Champion aus Serbien, der am Sonntag erst das Turnier in Indian Wells gewann, hatte ohne seinen an der Hüfte operierten deutschen Teilzeittrainer Boris Becker mit seiner Auftakthürde Jeremy Chardy keine Mühe und besiegte den Franzosen 6:4, 6:3.

"Novak ist natürlich klarer Favorit. Es muss schon ein kleines Wunder geschehen, damit ich eine Chance habe", weiß Mayer. Bislang stand er dem sechsmaligen Grand Slam-Gewinner fünfmal gegenüber - und konnte dabei keinen einzigen Satz gewinnen. Doch der Erfolg gegen Dodig gebe ihm Selbstvertrauen, so Mayer.

Kohlschreiber musste wie schon in Indian Wells erneut nach nur einem Match die Koffer packen. Nach gutem Beginn kam für ihn gegen den in der Weltrangliste 118 Positionen hinter ihm geführten Baghdatis noch das unerwartete Aus. Andy Murray machte derweil den ersten Schritt in Richtung Titelverteidigung. Im ersten Match nach seiner Trennung von Trainer Ivan Lendl musste der schottische Wimbledon-Sieger gegen den Australier Matthew Ebden zwar über drei Sätze gehen, behauptete sich aber mit 3:6, 6:0, 6:1. Roger Federer aus der Schweiz startete mit einem 6:4, 7:6 (7:4)-Pflichtsieg über Ivo Karlovic (Kroatien) in die mit 5,65 Millionen Dollar dotierte Veranstaltung.

Andrea Petkovic ärgerte sich nach ihrer Niederlage gegen Cornet über viele vergebene Chancen. Der Start ins Match sei "grauenvoll" gewesen, so die Darmstädterin. Und als sie schließlich ihrer an Nummer 22 gesetzten Gegnerin gleichwertig war, "habe ich bestimmt 10 von 15 wichtigen Punkten am Netz verschenkt", meinte Petkovic.

Dennoch zog die Fed Cup-Spielerin ein zufriedenes Zwischenfazit der vergangenen zwölf Monate. Genau vor einem Jahr hatte sie nach einem Innenmeniskusriss in Miami ihr erstes großes Turnier gespielt und war bis in die dritte Runde vorgestoßen. Mittlerweile hat sich Petkovic in der Weltrangliste auf Position 37 hoch gearbeitet. "Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich jetzt schon wieder unter den Top 40 stehe, hätte ich das sofort unterschrieben."