Magdeburg | Die Hochschulen in Sachsen-Anhalt müssen sich auf Themenschwerpunkte konzentrieren und Fachbereiche aufgeben. Dies sieht das Hochschulkonzept vor, das Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) am Freitag in Magdeburg vorstellte. Nach Berechnungen der Grünen würde bei der Umsetzung jeder zehnte Studienplatz dem Rotstift geopfert.

Möllring bezeichnete das Papier als Grundlage der jetzt beginnenden Gespräche. "Wir werden es mit allen diskutieren", sagte Möllring. Es gehe nicht um Einsparungen, weil diese bereits im vergangenen Jahr bei den Spitzengesprächen von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) mit den Hochschulrektoren vereinbart worden seien. Ziel sei vielmehr eine wettbewerbsfähige Hochschullandschaft.

Grünen-Fraktionschefin Claudia Dalbert sagte, bei Umsetzung des Konzepts würden mindestens 3500 Studienplätzen wegfallen. "Dieses Papier ist ein rückwärtsgewandtes Kürzungskonzept." Derzeit gibt es 34 000 Studienplätze und mehr als 50 000 Studenten im Land. Dalbert warf Möllring vor, klar gegen den Landtagsbeschluss zu verstoßen, wonach keine Absenkung der Studierendenzahl angestrebt werde. Die Linksfraktion verlangte, die Wissenschaftslandschaft zu stärken und nicht abzubauen.

Möllring selbst nannte bei der Vorstellung seines Konzepts keine konkrete Summe der zu streichenden Studienplätze. Er gehe aber von einer in etwa konstanten Studentenzahl in zehn Jahren aus. In dem 36 Seiten langen Papier wird zum Beispiel vorgeschlagen, das Institut für Medienwissenschaften und das Studienkolleg in Halle zu schließen. Teile der Lehramtsausbildung sollen länderübergreifend konzentriert werden. Die Universität in Magdeburg soll ihre Fakultät für Humanwissenschaften streichen und sich stärker auf die Bereiche Medizin sowie Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften konzentrieren.