Salzwedel - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will nach ihren kritischen Äußerungen über Salzwedel künftig nur noch in höchsten Tönen über die Hansestadt sprechen. Sollten ihr jemals die richtigen Worte gefehlt haben, so wisse sie nun bestens über die Stadt Bescheid, sagte die Kanzlerin am Montag unter dem Beifall von mehr als 300 Gästen beim Neujahresempfang der Stadt.

"Ich erweise mich definitiv als lernfähig", sagte Merkel, nachdem Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke (parteilos) über die Geschichte und das Leben in der Stadt berichtet hatte. Die Hansestadt habe eine große Geschichte und die Wirtschaft entwickele sich seit der Wende gut, sagte Merkel. Verständnis zeigte sie für Forderungen aus der Stadt nach einer besseren Verkehrsanbindung.

Die Kanzlerin hatte mit Äußerungen bei einem Wahlkampfauftritt in Stuttgart für Schlagzeilen in der Region gesorgt. Damals hatte Merkel erklärt, Salzwedel habe zwar einen Bahnhof, aber den Anschluss verpasst. Die Stadt hatte Merkel daraufhin zu einem Besuch eingeladen. Bereits im vergangenen Jahr war Merkel bei der Besichtigung eines Pilotprojekts zur Verkehrsinfrastruktur kurz in Salzwedel und hatte sich für ihre Äußerungen entschuldigt.

Merkel war am Montag bereits beim Eintreffen von einer Menschenmenge begrüßt worden. Zahlreichen Schaulustigen schüttelte sie die Hände, bevor sie das Kulturhaus in der Innenstadt betrat. Als Gastgeschenk erhielt die Kanzlerin zum Abschluss einen Baumkuchen - eine Spezialität der Stadt - überreicht.