Leipzig - Felix Neureuther nach Österreich, nackte Oberkörper beim Handball oder größere Löcher beim Golf: Passend zum 1. April machten auch im Sport zahlreiche Scherze die Runde.

Der Radiosender Bayern 1 verbreitete die Nachricht, dass Deutschlands Alpin-Star Felix Neureuther dem Deutschen Skiverband den Rücken kehrt. "Ich habe einfach ein extrem gutes Angebot vom Österreichischen Skiverband bekommen", sagte der 30-Jährige übers Telefon mit dem angemessenen Ernst in der Stimme.

Der Beitrag fand derart große Resonanz, dass sich der Sender zur Aufklärung des Aprilscherzes genötigt sah. "Wir haben heute (und tun es immer noch) unsere Hörerinnen und Hörer so richtig in den April geschickt", schrieb der BR per Mail an Medien.

Schließlich hatte Neureuther seinen vermeintlichen Wechsel nach Österreich überzeugend begründet. Zum einen habe ihn Österreichs Ski-Ass Marcel Hirscher zu einem Wechsel gedrängt, um größere interne Konkurrenz zu haben. Zum anderen habe eine Umfrage in Österreich, ob er künftig für das Nachbarland starten solle, sensationelle Ergebnisse erbracht: "Die Mehrheit war so gewaltig, davon würde die Angela Merkel nur träumen."

Der 1. April entpuppte sich zudem als Tag für Innovationen. Das Internetportal Golf.de informierte darüber, dass im Sinne der Amateure von 2016 an die Löcher größer werden sollen. Statt bisher 108 Millimeter im Durchmesser sollen es künftig 134,05 Millimeter sein. Dafür wurde auch gleich eine Formel mitgeliefert: Die Lochgröße errechnet sich aus dem Durchmesser des Balles von 42,67 Millimetern mal der Kreiszahl Pi (3,14159).

Dagegen hielt das Internetportal Golfpost eine negative Botschaft für die Freunde des Sports parat: Angeblich würde Golf bei den Spielen in Rio de Janeiro 2016 nun doch nicht olympisch. Doch schon unter dem Beitrag folgte die Entwarnung: "Alles natürlich Schmarrn."

Pünktlich zur Auslosung des Champions-League-Viertelfinals stimmte Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt seine Anhänger auf eine Besonderheit ein. Statt wie sonst in der Flens-Arena würde das Heimspiel in der nur 2000 Zuschauer fassenden Wikinghalle in Handewitt ausgetragen. Die Begründung leuchtete vollkommen ein: Bei geringerer Miete würden die Einnahmen pro Platz steigen, es würden weniger Gäste-Fans kommen und der Gäste-Fan-Block könne durch "eine kluge Logistik" in die hinterste Ecke verlegt werden. Dies hatte zur Folge, dass am Morgen das Telefon im Fanshop kaum still stand. Viele Fans wollten sich schnell ihre Karten für das Viertelfinale sichern. "An dieser Stelle möchten wir gerne den Aprilscherz auflösen", schrieb der Club in einer Pressemitteilung.

Nationalspieler Dominik Klein kündigte unterdessen eine Auszeit vom Handball an. Via "Kieler Nachrichten" erklärte er, nach dieser Saison in Elternzeit gehen zu wollen. Fünf Wochen nach der Geburt von Sohn Colin Marcel will er seiner Frau, der Handball-Nationalspielerin Isabell Klein, so ein schnelles Comeback beim Buxtehuder SV ermöglichen. Der THW Kiel habe schweren Herzens dem Wunsch des Linksaußen entsprochen, aber auch vorsorglich daraufhin hingewiesen, dass "Dominik Klein nach seiner Rückkehr keinen Anspruch auf einen Einsatz an seiner bisherigen Position hat".

Unter Umständen muss Klein bei seinem Comeback mit nacktem Oberkörper auflaufen. Der Zweitligist TuSEM Essen hat mit Datum vom 1. April 2014 einen entsprechenden Antrag beim Ligaverband HBL gestellt. Dadurch wären sogenannte Textilvergehen nicht mehr möglich, Kosten für Anschaffung, Beflockung und Reinigung würden entfallen. Nummern, Logos und Namen hätten als Tattoos eine längere Haltbarkeitsdauer. Außerdem würde durch die nackten Oberkörper "der weibliche Zuschauerandrang um 60,4 Prozent steigen", wird der Sportliche Leiter Stephan Krebietke zitiert.