Gütersloh/Magdeburg - In Sachsen-Anhalt werden zunehmend Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam unterrichtet. Fünf Jahre nachdem sich Deutschland zur Inklusion verpflichtet habe, besuche in Sachsen-Anhalt knapp jeder vierte Förderschüler eine Regelschule, heißt es im "Datenreport Inklusion" der Bertelsmann-Stiftung. Mit 24,1 Prozent habe das Land im Schuljahr 2012/13 fast den bundesweiten Schnitt von 28,2 Prozent erreicht. Vor fünf Jahren lag der Anteil bei 8,6 Prozent. Rund 15 400 Schülern wurde im vergangenen Schuljahr ein sonderpädagogischer Förderbedarf zugeschrieben.

Die Bertelsmann-Stiftung bezeichnete es als positiv, dass gleichzeitig der Anteil der Kinder gesunken ist, der an Sonderschulen unterrichtet wird. Jetzt liege er bei 7,1 Prozent, vor fünf Jahren noch bei 8,7 Prozent. Der Bundesschnitt sei mit 4,8 Prozent aber deutlich geringer. Ein weiterer Minuspunkt: Die Chancen für Sonderschüler in Sachsen-Anhalt, einen Schulabschluss zu erlangen, stehen besonders schlecht. Nur 16,1 Prozent schafften im vergangenen Schuljahr einen Hauptschulabschluss. Bundesweit waren es 27,4 Prozent.