Havelberg - Mit fünf Ausstellungsorten in zwei Bundesländern wird die Bundesgartenschau in der Havelregion in einem Jahr für Veranstalter und Besucher ein Experiment. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsstaatssekretärin Tamara Zieschang sprach am Montag in Havelberg von einem "Unikat" mit einem neuen innovativen Ansatz. Die Austragungsorte sind über fast 70 Kilometer entlang der Havel verteilt. Vier liegen in Brandenburg, für Sachsen-Anhalt ist Havelberg am Start. Erhard Skupch, Geschäftsführer des Zweckverbands Buga 2015 Havelregion, sagte, man sei ein Risiko eingegangen. Es werde sich zeigen, ob das Ziel von 1,5 Millionen Besuchern erreicht werden könne. Die Buga geht vom 18. April bis 11. Oktober 2015.

Die Besucher hätten eben nicht wie sonst eine große Ausstellungsfläche, die sie für ein paar Stunden besuchen könnten, sagte Skupch. Sie müssten die Anreise besser planen, im Grunde einen Kurzurlaub machen. Für die Städte bedeutet das: Es gibt keine Flächen, die allein für die Buga hergerichtet werden und später weitergenutzt werden müssen. "Alles, was bei der Buga eintrittspflichtig ist, wird 2016 öffentlich zugänglich sein", betonte Skupch. Vielmehr werden die Städte baulich hergerichtet, Blumenschauen entstehen. Wenn das Konzept funktioniere, erwartet Skupch, dass es Nachahmer findet.

Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren, vieles ist schon fertig. "Wir sind überall im Plan", sagte Skupch. Es gebe keine Baustellen, die ihm Sorge bereiteten. Havelberg sei der Standort der Buga für die Themen Friedhofsgestaltung und Kleingartenwesen. Die Landesverbände der Kleingärtner aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt organisierten gemeinsam eine Ausstellung. In Havelberg werde es zudem eine Blumenschau in der Stadtkirche geben, im Mönchsgarten am Dom werde ein Weingarten eingerichtet. Rund um den Dom soll gepflanzt werden, Märkte entstehen, Bühnen werden aufgebaut.

Der Havelberger Bürgermeister Bernd Poloski sieht die Buga als Motor der Stadtentwicklung. Die Altstadt mit dem Dom werde genutzt, Maßnahmen, die ohnehin bis 2018/19 geplant gewesen seien, wurden vorgezogen. In Havelberg habe es Investitionen von rund 12,5 Millionen Euro gegeben, 10 Millionen davon seien vom Land gefördert worden.

Auch mit den Eintrittskarten mussten sich die Veranstalter etwas Neues einfallen lassen: Es soll eine Eintrittskarte geben, die zum Besuch aller fünf Standorte diene. Es wird damit gerechnet, dass durchschnittlich 3,5 der fünf Orte mit einer Karte besucht werden. Der Vorverkauf soll in Kürze beginnen. Für Havelberg bedeutet das laut Skupch um die 800 000 Besucher während der Buga-Tage.

Für Sachsen-Anhalt ist die Buga 2015 die bislang zweite nach Magdeburg im Jahr 1999. Damals kamen rund 2,4 Millionen Menschen. Skupch betonte, Besucherzahlen seien im Voraus schwer zu planen. Im vergangenen Jahr etwa seien zur Buga in Hamburg eine Million Menschen gekommen, geplant waren 2,5 Millionen.