Köln - Viel Zeit zum Feiern nahmen sich die Final-Neulinge des ERC Ingolstadt nach dem ersten Coup nicht. "Wir wussten, worum es geht. Wir sind gedanklich schon beim nächsten Spiel.

Wir müssen jetzt nachlegen", sagte Patrick Köppchen trocken nach dem 4:1 (1:1, 1:0, 2:0)-Erfolg des Vorrunden-Neunten am Ostermontag bei den Kölner Haien. Damit verkürzten die Ingolstädter in der maximal sieben Spiele umfassenden Final-Serie der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf 1:2 und können bereits am Dienstag gleichziehen.

Vor der prächtigen Kulisse von 18 548 Zuschauern in der ausverkauften Arena stellten die Gäste nach den zwei Niederlagen zum Auftakt (2:4, 1:3) die cleverere Mannschaft. "Wir waren gut in der Defensive und haben gute Entscheidungen getroffen. Und Timo war auch wieder sehr stark", lobte ERC-Coach Niklas Sundblad seinen Goalie Timo Pielmeier. Mit seinen Paraden ermöglichte der Torhüter den Erfolg durch die Treffer von Jean-Francois Boucher (5.), Derek Hahn (40.), Robert Sabolic (56.) und Köppchen (60.). Für die Kölner traf nur Christopher Minard (5.).

Nach dem Duschen machten sich die Sieger auf den Weg Richtung Flughafen Köln/Bonn, um in die Heimat zurückzukehren. Für die Haie-Spieler und Trainer Uwe Krupp wurde noch ein Abendessen serviert, danach wollten sie ebenfalls per Flieger nach Ingolstadt aufbrechen. Eine mögliche Vorentscheidung vor eigenem Publikum hatten die Kölner verpasst. "Gratulation, Sunny", sagte Krupp zu seinem ehemaligen Assistenten Sundblad. Ingolstadt steht als Außenseiter im Finale. Der schwedische Trainer hatte sein Team über Titelverteidiger Berlin, den Vorrunden-Zweiten Krefeld und Hauptrunden-Primus Hamburg in die Finalserie geführt.

"Das ist Playoff-Hockey. Die Mannschaft, die mit der Führung spielt, macht einen guten Job. Das wird ein heißer Tanz in Ingolstadt", sagte Krupp. Sohn Björn, gezeichnet durch eine klassische Rauferei mit Travis Turnbull im ersten Drittel, will die Pleite schnell abhaken. "Heute war ein wenig guter Tag. Aber wir müssen jetzt den Kopf abschalten und das Spiel vergessen. Neuer Tag, neues Spiel, neues Glück", sagte der Verteidiger. Wie Turnbull hatte er neben vier Strafminuten noch eine zehnminütige Disziplinarstrafe erhalten.

Vor den Augen von Haie-Fan Lukas Podolski verdienten sich die Gäste den Erfolg. Der achtmalige Meister hatte den Gegner zwar zu Beginn mehr unter Druck gesetzt, es aber verpasst seine Dominanz in zwingende Möglichkeiten und Tore umzumünzen. Nach nicht einmal fünf Minuten lag der Puck bereits zweimal im Netz. Boucher war gleich mit der ersten gefährlichen Angriffsaktion erfolgreich. 23 Sekunden später stocherte aber Minard den Puck zu seinem achten Playoff-Tor für Köln über die Linie.

Mit einem Gegentreffer im ersten Abschnitt waren die Ingolstädter gut bedient. Weitere Chancen ließen die Gastgeber aus: So konnte Rok Ticar den Puck nicht kontrollieren (7.). Zudem tauchte Marcel Müller zweimal alleine vor Pielmeier auf, der aber parierte (13./20.).

Die Ingolstädter Strategie der Risikominimierung ging auf. Als Kölns Keeper Danny aus den Birken der Puck nach einem Schuss von der blauen Linie durch die Beine rutschte, schob Derek Hahn die Scheibe im Powerplay locker über die Linie. Im Schlussdrittel spielten die Gäste kühl, Sabolic sorgte mit einem erfolgreich abgeschlossenen Konter für die Vorentscheidung. Köppchen markierte dann den Endstand. "Das kann eine lange Serie werden", sagte der Verteidiger.