Magdeburg - Im Prozess um den Überfall auf einen türkischstämmigen Imbissbetreiber haben weitere Verteidiger die Glaubwürdigkeit der Opfer infrage gestellt und Freisprüche gefordert. Ein Anwalt beantragte am Freitag im Magdeburger Landgericht für seinen Mandanten eine anderthalbjährige Bewährungsstrafe. Die neun Angeklagten sollen im Herbst 2013 einen Imbissbetreiber im Bahnhof Bernburg so brutal verprügelt zu haben, dass er fast gestorben wäre. Auch dessen Freundin und ein anderer Mann sollen von den mutmaßlich Rechtsradikalen verletzt worden sein. Den Männern im Alter zwischen 24 und 33 Jahren wird versuchter Totschlag, Beleidigung und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Bereits am 14. April hatten die ersten Verteidiger auf Freispruch plädiert. Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen zwischen sieben Jahren und neun Jahren und zwei Monaten gefordert. Die Opferanwälte hatten kein Strafmaß genannt, aber auf einen Schuldspruch wegen versuchten Mordes plädiert.