Halle - Mehrere tausend Menschen sind am Dienstag in Halle gegen die geplanten Kürzungen des Landes im Hochschulbereich auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich 6300 Studenten und Mitarbeiter von Universitäten und Hochschulen an dem Protest. Das Aktionsbündnis "Perspektiven gestalten" der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hatte dazu aufgerufen. Die Teilnehmer hatten Transparente mit den Aufschriften "Gegen Bildungsabbau" und "Wir sind die Zukunft" dabei. Das Bündnis fordert, alle Studienplätze in Sachsen-Anhalt zu erhalten.

Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) hatte Ende März Vorschläge veröffentlicht, wonach sich die Hochschulen stärker auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und Fachbereiche schließen sollen. So wird vorgeschlagen, das Institut für Medienwissenschaften und das Studienkolleg in Halle zu schließen. Die Uni Magdeburg soll ihre Fakultät für Humanwissenschaften streichen und sich stärker auf die Bereiche Medizin sowie Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften konzentrieren.

Mehrere tausend Studienplätze würden laut Konzept wegfallen. Derzeit gibt es in Sachsen-Anhalt mehr als 50 000 Studenten. Im November hatte sich Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) mit den Rektoren über die Finanzierung der Hochschulen in den kommenden Jahren geeinigt. Die zunächst diskutierten Einsparpläne sind seither vom Tisch, 2015 soll der Etat allerdings um fünf Millionen auf 315 Millionen Euro sinken und dann bis 2019 eingefroren werden.