Halle/Dessau-Roßlau - Ein suspendierter Dessauer Richter, der sich erneut wegen Urkundenfälschung und Strafvereitelung vor Gericht verantworten muss, will sich nicht zur Sache äußern. Er werde auch kein Geständnis ablegen, ließ er am Dienstag zum Beginn der Verhandlung am Landgericht Halle von seinem Anwalt verlesen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, als Vorsitzender Richter am Landgericht Dessau zwischen April 2005 und August 2007 in fünf Fällen Urteile in der schriftlichen Form nachträglich überarbeitet zu haben.

Laut Anklage führte das dazu, dass Strafen verspätet vollstreckt wurden. Der Fall muss neu verhandelt werden, weil der Bundesgerichtshof den Freispruch einer anderen Kammer des Landgerichts Halle für den heute 63-Jährigen aufgehoben hatte.