München - Von den drei noch verbliebenen deutschen Tennisprofis hat Jan-Lennard Struff beim ATP-Turnier in München als erster das Viertelfinale erreicht.

Bevor Titelverteidiger Tommy Haas und Publikumsliebling Dustin Brown am Donnerstag an der Reihe sind, löste der Qualifikant aus Warstein bereits sein Ticket für die Runde der besten Acht. Der 24-Jährige gewann gegen Sergej Stachowski aus der Ukraine mit 6:3, 6:3. "Der Start war sehr gut, und es war wichtig, dass ich konzentriert geblieben bin", sagte Struff, der erst zum zweiten Mal überhaupt in einem ATP-Viertelfinale steht.

Dank seines druckvolleren Spiels setzte sich der Weltranglisten-96. verdient durch und trifft nun auf Jürgen Melzer (Österreich) oder Ricardas Berankis (Litauen). Die Partie der beiden wurde am Abend beim Stand von 6:7 (5:7), 6:3, 2:2 aus Sicht Melzers wegen Dunkelheit unterbrochen.

Im zweiten Satz wehrte Struff vier Breakbälle ab. "Da hätte das Match auch drehen können", erzählte er und räumte nach dem fünften Spiel in fünf Tagen ein: "Ich habe gemerkt, dass ich am Ende müde wurde."

Am Maifeiertag sind Haas und Brown an der Reihe. Vor allem die Partie Browns gegen den an Nummer eins gesetzten Fabio Fognini verspricht hohen Unterhaltungswert. "Ich muss aufpassen", sagte der Italiener. Sein Kontrahent mit den markanten Rastalocken sei zwar "ein bisschen verrückt, spielt aber gutes Tennis. Er macht nie zwei gleiche Schläge nacheinander. Er ist groß, spielt viel serve-and-volley."

Haas, der wie Fognini in der ersten Runde ein Freilos hatte, bekommt es mit dem Kolumbianer Alejandro Falla zu tun. Der Turniersieger von 2013 litt in den vergangenen Wochen an einer Schulterverletzung, die ihn zu einer Pause zwang. Wie fit er ist, ließ sich zuletzt nicht beurteilen. "Mehr als das Beste versuchen kann ich eh nicht", sagte der an Nummer zwei gesetzte Wahl-Kalifornier.

Neben Struff zog auch Denis Istomin aus Usbekistan, der in Runde eins den zweimaligen München-Sieger Philipp Kohlschreiber bezwungen hatte, durch ein 6:7 (6:8), 6:3, 7:5 über den Australier Marinko Matosevic ins Viertelfinale ein. Danach schied ein weiterer Favorit aus: Der an Nummer drei gesetzte Russe Michail Juschni, Gewinner von 2010, unterlag dem Qualifikanten Martin Klizan aus der Slowakei 7:6 (7:5), 2:6, 6:7 (2:7).