Leipzig - Fußball-Drittligist RasenBallsport Leipzig kann am Samstag den sportlichen Durchmarsch in die 2. Bundesliga perfekt machen. Wenn der ambitionierte Verein gegen den bereits abgestiegenen 1. FC Saarbrücken (13.30 Uhr/MDR) mindestens genauso viele Punkte holt wie Verfolger SV Darmstadt 98 beim SV Wehen Wiesbaden, ist der erste direkte Durchmarsch durch die 3. Fußball-Liga perfekt. Zudem stimmt auch der Rahmen in der euphorisierten Messestadt: Erstmals wird die Red-Bull-Arena für ein Ligaspiel wohl ausverkauft sein. "Die Zuschauerentwicklung ist eine Sensation. Das zeigt, wie die Stadt und die Bevölkerung hinter dem Verein stehen", sagte Sportdirektor Ralf Rangnick am Freitag.

Trainer Alexander Zorniger warnte indes trotz der klar verteilten Rollen vor dem Gegner: "Saarbrücken ist ein schwierig einzuschätzender Gegner." Bis zum Saisonende muss er auf Mittelfeldspieler Clemens Fandrich verzichten, der an einer Oberschenkelprellung laboriert. Im Gegensatz zur Vorwoche (1:0 beim FC Hansa Rostock) wird Fandrich nicht von Timo Röttger vertreten. "Ich brauche Timo, um ihn - wie etwa in Dortmund - als möglichen Schlüsselspieler ins Spiel zu bringen, falls etwas schiefgeht", erklärte Zorniger seinen Plan. Stattdessen wird wohl Anthony Jung ins Mittelfeld vorrücken und Georg Teigl als Außenverteidiger in die Mannschaft kommen.

Derweil überlagert die Diskussion um die Zweitliga-Lizenzerteilung durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit die Vorfreude auf das Spiel des Jahres. Rangnick deutete angesichts der Auflagen und Bedingungen Kompromissbereitschaft an. "Wenn die DFL will, dass wir das Logo ändern, dann werden wir das tun. Es ist nicht wichtig, was auf dem Trikot steht, sondern was drin ist", sagte er. Schon im Januar hatte der Verein auf einer geheimen Jahreshauptversammlung entsprechende Änderungen in der Satzung vorangetrieben, die bislang aber noch nicht wirksam sind. Wie der "kicker" berichtete, fordert die DFL ein neues Vereinslogo, eine von Geldgeber Red Bull unabhängigere Besetzung der Führungsgremien sowie geringere Hürden für neue Mitglieder.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa hatte der Verein unter der Woche trotzdem fristgerecht Beschwerde gegen den ersten Lizenzentscheid der DFL eingelegt - auch um sich notfalls gerichtlich wehren zu können. Auch Sportrechtsexperten sehen den Verein juristisch in einer guten Position.