Magdeburg - Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) will bis zu einer Haushaltsklausur der Landesregierung Mitte Juni mögliche Konzepte für die Zukunft der beiden defizitären Unikliniken in Magdeburg und Halle vorlegen. Derzeit würden mehrere Lösungen von Wissenschafts-, Gesundheits- und Finanzministerium diskutiert, sagte Ministeriumssprecher Robin Baake am Donnerstag. Für beide Kliniken wird dieses Jahr mit Millionenverlusten gerechnet. Der Sprecher betonte, einen Ausfall von Gehaltszahlungen müssten die Mitarbeiter aber nicht fürchten, weil das Land dafür hafte.

Nach einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" erwägt die Regierung eine Fusion beider Häuser oder aber die Zusammenlegung mit regionalen Anbietern. Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) hatte vergangenes Jahr erklärt, er halte zwei Unikliniken für zu teuer, war damit aber in seiner eigenen Partei auf Widerstand gestoßen. Der Landtag hatte sich dafür ausgesprochen, dass es auch künftig sowohl in Halle als auch in Magdeburg Uniklinik-Standorte geben soll.

Die Ärztekammer von Sachsen-Anhalt kritisierte die neue Debatte um die Zukunft der Unikliniken. Es sei zweifelhaft, ob Finanzminister Bullerjahn überhaupt noch eine Lösung suche, erklärte Präsidentin Simone Heinemann-Meerz. "Minister Bullerjahn bedient sich eines Beraters nach dem anderen, um Horrorszenarien darzustellen. Gründe für oder gar Lösungen gegen die finanzielle Situation der Universitätskliniken werden dabei nicht gesucht."