Halle - 40 Jahre nach dem Europapokal-Triumph von Rotterdam hält der 1. FC Magdeburg wieder einen Fußball-Pokal in den Händen. Die Nachfolger der Sparwasser, Seguin und Zapf gewannen am Mittwochabend in Halle den Landespokal. Im Finale setzte sich der Regionalligist gegen den favorisierten Drittligisten Hallescher FC nach aufopferungsvoller Vorstellung in der Verlängerung mit 3:0 (0:0, 0:0, 3:0) durch. Vor 11 987 Zuschauern gelangen Marius Sowislo (97.), Lars Fuchs (115.) und Rene Lange (120.) die entscheidenden Tore, nachdem zuvor beide Teams in verteilten Halbzeiten gute Chancen liegen gelassen hatten. Mit dem Sieg sicherte sich der FCM die DFB-Pokalteilnahme und damit mindestens 100 000 Euro Antrittsgeld. "Ich bin einfach stolz auf meine Mannschaft, das war einfach Hammer", jubelte FCM-Trainer Andreas Petersen.

Für einen unrühmlichen Höhepunkt sorgten die halleschen Fans, die nach dem 0:2 Pyrotechnik zündeten und auf das Spielfeld warfen. Ein Polizist wurde von einem Böller getroffen und erlitt dabei leichte Verbrennungen. Er wurde im Krankenhaus behandelt. Bereits zuvor hatten beide Fanlager immer wieder mit Leuchtspurraketen und Bengalischem Feuer für Aufsehen gesorgt.

"Die Enttäuschung ist riesengroß, nicht im DFB-Pokal dabei zu sein. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, die Leidenschaft hat sicher nicht gefehlt", sagte Halles Torhüter Pierre Kleinheider, der in der 74. Minute einen Foulstrafstoß von Nico Hammann gehalten hatte.

Halle bestimmte in Halbzeit eins über weite Strecken das Spiel, ließ aber die letzte Genauigkeit im Abschluss aber vermissen. So scheiterten Sören Bertram (9.), Björn Ziegenbein (10./23./45.) und Akaki Gogia (12.) jeweils knapp. Im Magdeburger Kasten erwischte Keeper Matthias Tischer zudem einen ganz starken Tag und parierte zahlreiche Gelegenheiten der Gastgeber. Auf der anderen Seite konnte sich Magdeburg lediglich einmal mit Christian Becks (25.) Angriffsversuch befreien. "Wir hatten eine sehr gute erste Halbzeit, danach war Magdeburg mindestens gleichwertig", sagte Halles Trainer Sven Köhler und machte sich nach dem Spiel selbst Mut: "Wer im Leben Erfolge feiern will, muss auch mit Niederlagen umgehen."

Zu Beginn der zweiten Hälfte bestimmten dann zunehmend kleine Nickeligkeiten das Geschehen. Immer wieder wurde unterbrochen, was Halle verunsicherte. Fehlpässe häuften sich und Magdeburg kam mit Kontern besser ins Spiel. So verpasste erneut Beck (60.) die Chance zur Gästeführung, als er einen Ball nach Freistoß lediglich an den Pfosten setzte. Der vergebene Elfmeter brachte dann den HFC zurück ins Spiel, so dass sich beide Teams in der Verlängerung auf Augenhöhe gegenüberstanden. Ein guter Standard und zwei Konter sicherten dem FCM schließlich den aufgrund der Kampfesleistung nicht unverdienten Pokalerfolg.

Magdeburg schaffte mit dem Pokalsieg ein versöhnliches Saisonende, nachdem man in der Meisterschaft der TSG Neustrelitz den Vortritt lassen musste. Halle dagegen verpasste die Krönung eines guten Spieljahres, das in der Liga am vergangenen Wochenende bereits mit Platz neun abgeschlossen worden war.