Magdeburg - Die soziale Beratung in Sachsen-Anhalt soll neu aufgestellt werden. Beratungsstellen sollen zusammengelegt werden und ein umfassendes Angebot an psychosozialer Beratung bieten, heißt es in einem am Donnerstag in den Landtag eingebrachten Gesetzesentwurf der schwarz-roten Koalition.

Bislang suche ein Alkoholabhängiger zum Beispiel eine Suchtberatung auf, müsse dann aber für die Lösung eines Schuldenproblems an eine ganz andere Stelle verwiesen werden, sagte die SPD-Abgeordnete Petra Grimm-Benne.

Dies solle mit integrierten Angeboten vermieden werden. Ein Team biete dann Beratung aus einer Hand. "Den Ratsuchenden kann schneller und sachgerechter geholfen und gleichzeitig können Folgekosten vermieden werden", sagte Grimm-Benne, die auch Landesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt ist.

Konkret sieht der Gesetzesentwurf vor, dass die finanziellen Mittel des Landes für die Insolvenz-, Ehe- oder Erziehungsberatung künftig den Kommunen zur Verfügung gestellt werden, damit diese die Träger direkt stärker unterstützen können. Ziel ist eine verbindliche Zusammenarbeit der verschiedenen Beratungsstellen. Das Gesetz schaffe Gestaltungsspielräume und stärke die kommunale Selbstverwaltung, sagte Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD).

Insgesamt geht es laut Gesetzesentwurf um die Verlagerung von rund elf Millionen Euro im Jahr. Die Grünen kritisierten, dass der Dreh- und Angelpunkt die künftige Finanzierung sei. Mit dem Gesetz werde die schlechte finanzielle Ausstattung nun für alle Zeiten gesetzlich verankert.

Fraktionsübergreifend verwies der Landtag den Gesetzesentwurf in die zuständigen Ausschüssen. Nach möglichen Änderungen soll er dann in den kommenden Monaten im Landtag verabschiedet werden. Über eine Neuregelung der Beratungsangebote wird im Landtag bereits seit 2009 diskutiert.