Volksstimme: Wie groß ist der Abschiedsschmerz, wenn man gehen muss, aber nicht will?

Gerrie Eijlers: Doppelt groß, und ehrlich gesagt fühle ich mich sch ... und ich schiebe den Gedanken an Sonntag weit weg. Meine Familie und ich haben uns in Magdeburg sehr wohl gefühlt, die Mannschaft und die Fans werden mir fehlen. Ich wechsle zwar zum vierten Mal einen Verein in Deutschland, aber bislang bin ich immer freiwillig den Schritt nach vorn gegangen. Diesmal ist es etwas ganz anderes, ein Schritt zurück. Als man mir im Dezember quasi den Stuhl vor die Tür gesetzt hat, war das ein Stich ins Herz. Und der schmerzt immer noch. Ich habe dadurch auch ein wenig das Vertrauen und den Glauben an die Sache verloren.

Dennoch haben Sie den Rest der Saison nicht auf einer Backe abgesessen, sondern sich noch einmal richtig reingehängt. Das Spiel gegen Hamburg war sogar Ihr bestes der Saison.

Das ist für mich eine Frage des Charakters, und ich wollte nach jedem Spiel mit gutem Gewissen in den Spiegel schauen können. Außerdem bin ich es den Fans und meiner Mannschaft schuldig, bis zum letzten Tag alles zu geben. Denn in all den Jahren waren sie auch für mich da - an guten wie an schlechten Tagen. Die Zeit war großartig, einmalig, ich werde Magdeburg immer lieben.

Sicher auch, weil Ihre Kinder Sophie und Daan hier geboren sind?

Das stimmt, das wird uns ein Leben lang mit dieser Stadt verbinden und an eine tolle Zeit erinnern. Für meine Kinder und meine Frau Marleen tut es mir besonders leid, dass sie hier wegmüssen. Besonders meine Tochter Sophie ist ganz dolle traurig, sie möchte am liebsten alle ihre Freunde aus dem Kindergarten mitnehmen.

Sind die Koffer schon gepackt?

Nein. Erst kommt der Urlaub auf Mallorca, dann feiern wir in Holland den 60. Geburtstag meines Vaters, und erst danach werden wir ganz in Ruhe das Haus in Minden beziehen.