Leipzig - Ostdeutsche Unternehmen fürchten Einbußen durch den flächendeckenden Mindestlohn. "Wir müssen aufpassen, dass die gute wirtschaftliche Situation nicht kippt. Das mit dem Mindestlohn ist nicht so ganz fröhlich", sagte der Sprecher der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlins, Hartmut Bunsen, der Nachrichtenagentur dpa. Die Große Koalition in Berlin hat sich auf die Einführung eine flächendeckenden Mindestlohns von 8,75 Euro geeinigt.

"Wir fürchten, dass da nicht mit genug Fingerspitzengefühl gearbeitet wurde" sagte Bunsen. Er sehe die Gefahr, dass kleine Unternehmen das nicht bezahlen könnten. "Das könnte Stellenabbau und Insolvenzen bedeuten", unterstrich er.

Bunsen warnte zudem vor Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Bisher habe die Ukraine-Krise keine Auswirkungen auf die Ost-Wirtschaft gehabt. Auf beiden Seiten betonten Wirtschaftsvertreter, dass sie Zusammenarbeit und Ausbau der Beziehungen wollten, sagte Bunsen.

Sanktionen gegen Russland würden besonders den ostdeutschen Mittelstand treffen, der traditionell Wirtschaftsbeziehungen nach Osteuropa nach Russland pflege. "Das sind keine großen Konzerne. Wenn denen ihre eine, zwei Kontakte wegbrechen, können sie das nicht kompensieren", sagte Bunsen.